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Wil: 08.11.2016
Fredy Rüegg überreichte Hans-Rudolf Arta ein Präsent.<br>
Fredy Rüegg überreichte Hans-Rudolf Arta ein Präsent.


Quelle: Staatssekretariat für Migration.
Quelle: Staatssekretariat für Migration.

Sicherheit – ein teures Gut?
Das Forum CVP60+ lud zum letzten Bildungsvortrag des Jahres ein.
Ernst Inauen
Über das Thema „Sicherheit im Kanton St.Gallen“ referierte im Hof zu Wil Dr. Hans-Rudolf Arta, Generalsekretär des kantonalen Sicherheits- und Justizdepartementes.

Im Auftrag des Forums CVP60+ begrüsste Fredy Rüegg den prominenten Referenten und die erwartungsvollen Teilnehmenden des Anlasses im Gewölbekeller des Hof zu Wil. Der Begriff Sicherheit unterliege stetigem Wandel. Aktuell hätten Aspekte wie Ausländer- und Migrationspolitik im Zusammenhang mit der Bedrohung gegen Leib und Leben, der Schutz des Eigentums und die unnötigen Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum sowie die Sicherheit auf der Strasse eine wachsende Bedeutung erfahren, stellte Rüegg einleitend fest.

Gesellschaft will Sicherheit
„Sicherheit ist für die Gesellschaft in erster Linie etwas Wertvolles. Ein sicherer Staat ist aber auch wichtig für die Wirtschaft“, sagte der Referent beim Einstieg in die Thematik. Damit sich die Bevölkerung wohl fühle, sorge unter anderem die Polizei im Auftrag des Kantons für die öffentliche Sicherheit. Dies koste natürlich Geld. Der Referent beleuchtete in der Folge verschiedene Aspekte, welche die polizeiliche Arbeit und den Alltag in der Gesellschaft prägen. Dabei kamen das grosse Wissen und die Erfahrung als operativer Leiter des Sicherheits- und Justizdepartementes zum Ausdruck.

Zunahme der Internet-Kriminalität
Im Moment sei das Thema Rechtsextremismus in den Medien aktuell, erinnerte Hans-Rudolf Arta. Zunehmend breite sich auch die Internet-Kriminalität aus (Erpressung, Hacking, Sexting, Cyber-Angriffe). Die Migration mit der grossen Flüchtlingswelle beschäftige neben der Bevölkerung auch die zuständigen Sicherheitsverantwortlichen des Kantons. Während der Weg über die Balkanroute infolge der Grenzschliessungen rückläufig sei, nehme der Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer wieder zu. Die Entwicklung zeige jedoch, dass nicht die Schweiz das Ziel der meisten Flüchtlinge sei, sondern vor allem Deutschland und die nordischen Staaten.

Wil ist relativ sicher
„Sie interessiert vor allem die persönliche Betroffenheit in der eigenen Region und im Alltag. Da kann ich Sie beruhigen. Wil liegt mit 53 Delikten pro 1‘000 Einwohnern weit unter dem schweizerischen Durchschnitt, wie auch der ganze Kanton St.Gallen“, gab Arta zu verstehen. Mit Statistiken belegte der Referent, dass die Kriminalität rückläufig ist. Gemäss Umfragen sei der Prozentsatz der Opfer bei Einbrüchen im Kanton St.Gallen bei 5,3 % und bei Tätlichkeiten und Bedrohungen bei 6,4 %, bei Raub oder sexuellen Übergriffen 1,7% der Befragten. Er läge damit deutlich unter dem gesamtschweizerischen Wert.

Sicherheit im Strassenverkehr
Auch beim Strassenverkehr sinke die Zahl der tödlichen Unfälle, gab der Referent bekannt. Die Polizei bemühe sich, mit Plakaten und Geschwindigkeitsmessungen präventiv Einfluss zu nehmen auf das Verkehrsverhalten. Auf etwa 400‘000 Autos im Kanton St.Gallen betrug die Zahl der Toten bei Verkehrsunfällen dreizehn Personen. Als Hauptursachen gelten Ablenkung, Nichtbeachtung des Vortrittsrechts, übersetzte Geschwindigkeit und Alkohol. Besondere Gefahren im Strassenverkehr ergäben sich auch beim Bewegen in der Dunkelheit durch ungenügendes Licht bei Autos und Fahrrädern oder bei Fussgängern mit dunklen Kleidern ohne reflektierende Hilfen.

Polizeiarbeit im Kanton St.Gallen
Die gesellschaftlichen Veränderungen gehen auch an den Sicherheitskräften nicht spurlos vorüber. Die vielfältige Landschaft des Kantons, die anspruchsvolle, vielfältige Arbeit, die Zentralfunktion der Ostschweiz sowie als Grenzkanton auf der Verbindungsachse Nord-Süd seien grosse Herausforderungen. Der Referent erwähnte auch die Polizeieinsätze bei gewissen Sportveranstaltungen, die enorme Präsenzzeiten bedingen. Weitere Herausforderungen seien in der 24-Stunden-Gesellschaft die Forderungen nach mehr Polizei-Präsenz, als Streitschlichter, bei häuslicher Gewalt und bei der Vermisstensuche.

Kooperation der Sicherheitskräfte
Vermehrt werde gemäss des Ostschweizer Polizei-Konkordats eine interkantonale Zusammenarbeit angestrebt. So bestehe seit zehn Jahren die Ostschweizer Polizeischule in Amriswil. Auch gegenseitige Aushilfen über die Grenzen hinaus seien vorgesehen. Er sei froh, dass die Regierung und der Kantonsrat einer stufenweisen Erhöhung des Korpsbestandes um 98 Personen zugestimmt haben, gestand Hans-Rudolf Arta. Das verursache Zusatzkosten von rund 15,3 Millionen Franken. Die Gesamtkosten für die Kantonspolizei betragen 148,7 Millionen Franken und machen rund 3 % des kantonalen Bruttoaufwandes aus.

Der Generalsekretär des Sicherheits- und Justizdepartementes referierte über Sicherheit.<br>
Der Generalsekretär des Sicherheits- und Justizdepartementes referierte über Sicherheit.


Quelle: Polizeischule Ostschweiz. Die Ostschweizer Kantone führen zusammen die Polizeischule Amriswil.
Quelle: Polizeischule Ostschweiz. Die Ostschweizer Kantone führen zusammen die Polizeischule Amriswil.

Hermann Fässler ist OK-Mitglied bei CVP60+.
Hermann Fässler ist OK-Mitglied bei CVP60+.

Beim Apéro wurde rege diskutiert.
Beim Apéro wurde rege diskutiert.