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Wil: 08.04.2017
Gabrielle Obrist,Kuratorin Kunsthalle Wil und Daniel Glaser während der Laudatio.
Gabrielle Obrist,Kuratorin Kunsthalle Wil und Daniel Glaser während der Laudatio.

Die Menschen/Gorilla-Gruppe: eine kinomatografische Skulptur mit dem Titel "Performance". (Foto Glaser/Kunz)
Die Menschen/Gorilla-Gruppe: eine kinomatografische Skulptur mit dem Titel "Performance". (Foto Glaser/Kunz)

Die Personen scheinen lebensecht zu sein und animieren den Besuchen zum genauen hinsehen. (Foto Glaser/Kunz)
Die Personen scheinen lebensecht zu sein und animieren den Besuchen zum genauen hinsehen. (Foto Glaser/Kunz)

Kunstinteressierte Besucher sehen und hören die "Performance".
Kunstinteressierte Besucher sehen und hören die "Performance".

Kinomatografische Skulpturen in der Kunsthalle Wil
In der Kunsthalle Wil an der Grabenstrasse stellt zur Zeit das Künstlerpaar Glaser/Kunz aus. Die Ausstellung dauert bis zum 21. Mai.
Bettina Brauchli
Die Ausstellung beinhaltet die kinomatografische Skulptur „Performance“ , einen Videozusammenschnitt aus dem Projekt „Mauer-Performance“ vom 25. März in Wil und einigen Bildern. Die Vernissage fand am Samstag, 8. April statt .

Das Künstlerpaar Magdalena Kunz und Daniel Glaser aus Zürich stellt das erste Mal in der Kunsthalle in Wil aus. Gabrielle Obrist, Kuratorin der Kunstalle hat die beiden eingeladen.

Kampf gegen die Verrücktheit
Schwerpunkt dieser Ausstellung ist die Skulptur „Performance“, die aus einer Gruppe von 5 Personen besteht, die in Kostümen von Gorillas am Boden sitzen. Sie proben für ein Theaterstück. In einem 38-minütigen Loop debattieren sie über das scheinbare Theaterstück , wollen den Ballast von Problemen bearbeiten und kämpfen gegen die Verrücktheit der Welt, kommen mit ihrer Diskussion jedoch nie zum Ziel. Die Gesichter der 5 Protagonisten werden von Beamern auf die aus Lehm geformten Köpfen projiziert und scheinen lebensecht, eben kinomatografisch.

Im Gespräch erklärt Daniel Glaser den Zusammenhang der „tierischen Körper“ in der Skulptur; unvernünftige Menschen richten Schaden an, mit an sich vernünftigen Gegenständen oder Einrichtungen. (Aktuelles Beispiel in Schweden: Ein Lastwagen ist an sich eine gute Erfindung aber kann, wenn man sich unvernünftig verhält zur tödlichen Waffe werden.

Die Kunst von Glaser/Kunz ist facettenreich
Mit der“Mauer-Performance“ vom 25. März auf der oberen Bahnhofstrasse in Wil hat das Künstlerpaar ebenfalls Aufsehen erregt. Eine Mauer von 2 m Höhe und 8 m Länge bewegt sich während des ganzen Tages vorwärts. Vorne wird aufgebaut, hinten wieder abgebrochen. Eine Baufirma unterstützte das indem sie Maurer zur Verfügung stellten, die so quasi selber zum Kunstwerk wurden.
In der Kartause Ittingen läuft eine Ihrer Ausstellungen unter dem Namen „Ich ist ein anderer“. Ein Schwarm Raben ist im grossen Keller der Kartause gelandet und in der Nähe sitzt eine Gruppe von Menschen, deren Identität stets wechselt. Mit dieser Ausstellung möchten die Künstler darauf aufmerksam machen, dass man es zulassen sollte, dass man als Mensch auch andere Seiten haben kann, als nur die bekannte.
Wem also die Ausstellung in der Kunsthalle Wil gefällt, den spricht sicher auch jene in der Kartause Ittingen an.

GLASER/KUNZ
Magdalena Kunz & Daniel Glaser
9. April – 21. Mai 2017
Künstlergespräch / Führung
Mittwoch, 26. April, 19 Uhr
Öffnungszeiten
Donnerstag – Sonntag 14.00 – 17.00h

Das Künstlerpaar Daniel Glaser und Magdalena Kunz; sie stellen das erste Mal in der Kunstalle aus.
Das Künstlerpaar Daniel Glaser und Magdalena Kunz; sie stellen das erste Mal in der Kunstalle aus.

Die Besucher hören aufmerksam der Laudatio von Gabrielle Obrist zu.
Die Besucher hören aufmerksam der Laudatio von Gabrielle Obrist zu.

Eine weitere Facette der beiden Künstler.<br>
Eine weitere Facette der beiden Künstler.


Die Wiler-Mauer-Performance fand am 25. März statt und begeisterte die Passanten auf der oberen Bahnhofstrasse . (Foto Glaser/Kunz)
Die Wiler-Mauer-Performance fand am 25. März statt und begeisterte die Passanten auf der oberen Bahnhofstrasse . (Foto Glaser/Kunz)