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Magdenau: 19.05.2017
Eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst zu beherbergen, stellt für das idyllisch abseits der Heerstrassen gelegene Zisterzienserinnenkloster Magdenau eine Premiere dar.
Eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst zu beherbergen, stellt für das idyllisch abseits der Heerstrassen gelegene Zisterzienserinnenkloster Magdenau eine Premiere dar.

Vanitas – Eitelkeit: Manon bringt die Flüchtigkeit des Augenblicks mit einem doppelseitigen Spiegel, der sich um sich selbst dreht, zum Ausdruck.
Vanitas – Eitelkeit: Manon bringt die Flüchtigkeit des Augenblicks mit einem doppelseitigen Spiegel, der sich um sich selbst dreht, zum Ausdruck.

Künstlerischer Glanz – religiöse Glut
Zeitgenössische Kunst in den historischen Klosterräumen in Magdenau: Sechs Künstler stellen auf drei Etagen im Gästehaus aus.
Josef Bischof
Es ist ein eher ungewöhnlicher Ort für eine Ausstellung von zeitgenössischen Kunstwerken. Das Amt für Kultur des Kantons St. Gallen hat das Gästehaus des Klosters Magdenau aber bewusst als Schauplatz ausgewählt. Zeitgenössische Werke erzeugen so im Wechselspiel mit der kunstvollen Ausgestaltung der historischen Räume eine besondere Spannung. Vom 20. Mai bis 9. Juli 2017 sind Werke von sechs Künstlern unter dem Titel «Des einen Glanz, des andern Glut» im Gästehaus zu sehen.

Das im Jahre 1244 durch Ritter Rudolf Giel von Glattburg gegründete Zisterzienserinnenkloster Magdenau sucht die Öffentlichkeit nicht. Sie habe es kaum gekannt, gestand Ursula Badrutt vom Amt für Kultur des Kantons St. Gallen. Allerdings habe sie bei der Vorbereitung feststellen müssen, dass es in der Umgebung einen guten Namen habe.

Von der Stadt in die Region
Ursula Badrutt hat den Kulturraum am Klosterplatz in St. Gallen betreut. Da dieser nicht mehr für Kunstausstellungen zur Verfügung steht, werden Ausstellungen nun nach dem Konzept «Kulturraum S4» durchgeführt. In Anlehnung an die rund um den Kanton St. Gallen führende S-Bahnlinie 4 sind auch Ausstellungen regional auf das Kantonsgebiet verteilt geplant. Den Anfang macht die Ausstellung in Magdenau.

Verständnisvolle Zusammenarbeit
Die Klosterfrauen in Magdenau leben seit mehr als sieben Jahrhunderten nach der Regel des heiligen Benedikt «ora et labora» - «bete und arbeite». Ausserdem empfangen sie Gäste, die Ruhe suchen und die Stille schätzen. In jüngster Zeit zeigen sie auch vermehrt ihre kunsthistorischen Schätze im Gästetrakt des Klosters.

Das Amt für Kultur sei mit seinem Ansinnen, eine Ausstellung in diesen Räumen zu organisieren, auf Verständnis gestossen. Mit der vom Kloster für die Vorbereitung bestimmten Schwester Veronika habe sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ergeben. So kann am 20. Mai eine Ausstellung eröffnet werden, welche die Organisatorinnen vom Amt für Kultur und vom Kloster Magdenau gleichermassen erfreut wie die beteiligten Kunstschaffenden.

Flüchtigkeit der Existenz
Wer die Ausstellung besucht, trifft im Eingangsbereich auf grossformatige Fotografien der Künstlerin Manon. Sie stammen aus ihrer Serie «Hotel Dolores» und spüren der Vergänglichkeit nach. Manon nimmt das Thema im kunstvoll ausgeschmückten Vestibül nochmals auf. Ein doppelseitiger Spiegel, der sich um sich selbst dreht, versinnbildlicht den Begriff Vanitas – Eitelkeit und damit die Unwiederbringlichkeit des Augenblicks.

Im Gästezimmer des Prälaten auf dem gleichen Stockwerk stellt der in Berlin lebende Künstler Jonathan Meese aus. Seine Bilder sind schrill-bunt und grossflächig beschriftet. Eigens für die Ausstellung ist die Werkgruppe «Keine-Angst-Familie» entstanden.

Sarah Elena Müller und Birgit Kemker haben während eines längeren Aufenthalts im Kloster Magdenau einen Film gedreht. Er wird im Medienraum neben dem Gästezimmer gezeigt.

Im weiträumigen Dachboden, dessen imposante Holzkonstruktion an sich schon sehenswert ist, sind Werke von Alfred Sturzenegger und von Peter Dew zu entdecken. Beide Künstler beziehen die Umgebung in ihre Arbeiten ein und wünschen vom Besucher explizit, dass er die Bilder nicht isoliert betrachtet.

Einbezug der Ausstellungsräume
Letzteres gilt natürlich ganz besonders auch für die Ausstellung im zweiten Stock des Gästehauses. Die Wände des Vestibüls umzieht ein Zykluis mit Freskenmalereien aus dem 17. Jahrhundert. Der Magdenauer Zyklus ist einer der frühesten und eigenwilligsten. Er diente der Memorierung religiöser Lehrsätze, moralischer Verhaltensregeln und allgemeiner Lebensweisheiten.

Das Emblem «unius splendor, alterius ardor» - «des einen Glanz, des andern Glut» hat der Ausstellung den Namen gegeben. Es zeigt einen Spiegel, der in der Landschaft steht und auf den die Sonne einstrahlt. Der Spiegel ist ein Bild für Eitelkeit und Selbstverliebtheit, auf der andern Seite aber auch ein Bild für Selbsterkenntnis, Wissen und Wahrheit.

Öffnungzeiten
Die Ausstellung «Des einen Glanz, des andern Glut» im Kloster Magdenau dauert vom 20. Mai bis 9. Juli 2017. Sie ist an Donnerstagen und Freitagen von 16 bis 19 Uhr, an Samstagen von 11 bis 17 Uhr und an Sonntagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Ursula Badrutt ist im Amt für Kultur des Kantons St. Gallen für die Kulturförderung zuständig. Mit der Ausstellung im Kloster Magdenau hat sie erstmals eine Ausstellung ausserhalb des Kulturraums am Klosterplatz in St. Gallen organisiert.<br><br><br><br><br>
Ursula Badrutt ist im Amt für Kultur des Kantons St. Gallen für die Kulturförderung zuständig. Mit der Ausstellung im Kloster Magdenau hat sie erstmals eine Ausstellung ausserhalb des Kulturraums am Klosterplatz in St. Gallen organisiert.






Ausser den ausgestellten zeitgenössischen Werken gibt es im Gästehaus des Klosters Magdenau sehr viele historische Kostbarkeiten zu bewundern.<br><br><br><br><br>
Ausser den ausgestellten zeitgenössischen Werken gibt es im Gästehaus des Klosters Magdenau sehr viele historische Kostbarkeiten zu bewundern.






«Keine Angst»: Jonathan Meese hat eine ganze Gruppe von Bildern zu diesem Thema eigens für die Ausstellung in Magdenau geschaffen.
«Keine Angst»: Jonathan Meese hat eine ganze Gruppe von Bildern zu diesem Thema eigens für die Ausstellung in Magdenau geschaffen.

Erläuterungen zur Ausstellung durch den Künstler Alfred Sturzenegger, Marina Pondini und Ursula Badrutt von der kantonalen Kulturförderung sowie Schwester Veronika vom Kloster Magdenau.
Erläuterungen zur Ausstellung durch den Künstler Alfred Sturzenegger, Marina Pondini und Ursula Badrutt von der kantonalen Kulturförderung sowie Schwester Veronika vom Kloster Magdenau.

Das Emblem «unius splendeor, alterius ardor» (Des einen Glanz, des andern Glut) verleiht der Ausstellung im Kloster Magdenau ihren Titel.
Das Emblem «unius splendeor, alterius ardor» (Des einen Glanz, des andern Glut) verleiht der Ausstellung im Kloster Magdenau ihren Titel.

Schwester Veronika erläutert das Emblem, auf dem ein Kamel dargestellt ist: Den Untergebenen keine zu grossen Lasten aufbürden!
Schwester Veronika erläutert das Emblem, auf dem ein Kamel dargestellt ist: Den Untergebenen keine zu grossen Lasten aufbürden!

Im Erdgeschoss trifft der Besucher auf diese grossformatigen Fotografien von Manon.
Im Erdgeschoss trifft der Besucher auf diese grossformatigen Fotografien von Manon.

Der in Berlin lebende Künstler Jonathan Meese wartet mit bunten Malereien auf.
Der in Berlin lebende Künstler Jonathan Meese wartet mit bunten Malereien auf.

Fotos von Sarah Elena Müller und Birgit Kemker. Ihr Beitrag ist ein Film.
Fotos von Sarah Elena Müller und Birgit Kemker. Ihr Beitrag ist ein Film.

Peter Dew setzt seine Bildtafel in Beziehung zum bestehenden Kruzifix.
Peter Dew setzt seine Bildtafel in Beziehung zum bestehenden Kruzifix.

Alfred Sturzenegger ist mit wenigen, schlicht im Dachraum angeordneten Werken vertreten.
Alfred Sturzenegger ist mit wenigen, schlicht im Dachraum angeordneten Werken vertreten.

Kein Kunstwerk, sondern bittere Notwendigekeit. Das Dach rinnt und muss saniert werden.
Kein Kunstwerk, sondern bittere Notwendigekeit. Das Dach rinnt und muss saniert werden.