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Flawil: 25.09.2017
Mit rassigen, modernen Klängen erfreute die Harmoniemusik Flawil die Gäste.<br>
Mit rassigen, modernen Klängen erfreute die Harmoniemusik Flawil die Gäste.


Am Stammtisch aus der Mitte des letzten Jahrhunderts erzählten die Männer von den vergangenen Jahren, von links: Andreas Koller, Toni Keller, Horst Steinhauser (Vereins-Mitbegründer), Werner Muchenbeger (ehem. Gemeinde-präsident Flawil), Manfred Behrning (ehem. Bürgermeister Isny), Elmar Metzger (Gemeindepräsident Falwil), Rainer Magenreuter (Bürgermeister Isny), Jan Rübsam
Am Stammtisch aus der Mitte des letzten Jahrhunderts erzählten die Männer von den vergangenen Jahren, von links: Andreas Koller, Toni Keller, Horst Steinhauser (Vereins-Mitbegründer), Werner Muchenbeger (ehem. Gemeinde-präsident Flawil), Manfred Behrning (ehem. Bürgermeister Isny), Elmar Metzger (Gemeindepräsident Falwil), Rainer Magenreuter (Bürgermeister Isny), Jan Rübsam

Gastfreundschaft kennt keine Grenzen
Flawil feierte am Samstag das 20-jährige Bestehen der Freundschaft zwischen Flawil und Isny.
Vroni Krucker
Herzliche Gemütlichkeit prägten die fröhlichen Stunden im Lindensaal, wo sich einheimische und allgäuische Formationen in Bestform präsentierten. Der Tag erinnerte auch an die Fahrt von Allgäuer Kindern nach Flawil vor 70 Jahren.

Am Festtag Tag sollten alle vereint werden, die zu dieser Partnerschaft aktiv beigetragen haben. Wichtig war auch der Blick auf die zukünftige Generation. Kinder aus Isny und Flawil verbrachten gemeinsam einen tollen Tag, zu dem eine Führung durch das Maestrani Chocolarium mit Schokoladegiessen gehörten.

Jubiläumsmünze
Nachdem Auftakt mit der StaKadis, einer Delegation der Stadtkapell Isny, und der Begrüssung durch die Verantwortlichen der Partnerschaftskreise, war die Münzprägung ein erster Höhepunkt. Mit einem Fallhammer aus dem 19. Jahrhundert stellten Korni und Wilfried die Münzen her, eine Arbeit, die grösste Exaktheit erforderte und grosses Interesse fand. Es soll am Zoll recht kompliziert gewesen sein, diesen Apparat in die Schweiz und dann wieder heimzubringen.

Stammtisch statt Sofa
Eröffnet wurde der Anlass im Lindensaal von der Harmoniemusik Flawil mit rassigen und modernen Klängen. Anschliessend standen keine grossen Reden auf dem Programm, sondern ein unkompliziertes Erzählen aus den Anfängen der Beziehung. Dazu konnte der Original-Stammtisch aus den 1940-er Jahren bei der «Kronen-Wirtin» Maria Hürlimann ausgelehnt und auf die Bühne gestellt werden. Stammtische sind Orte der Begegnung und oft heissen Diskussionen. Hier ging es sehr friedlich zu. Die Männer berichteten, wie vor 70 Jahren einige hundert kriegsgeschädigte Kinder für einen Tag in die Schweiz kamen und sich dort wieder einmal «so richtig voll essen» durften, obwohl auch in der Schweiz die Lebensmittel rationiert waren. Die Gastfreundschaft war Riesengross, die Kinder wurden oft auch mit Kleidern und andern Gegenständen ausgestattet, bevor sie die Heimreise antraten.

Elf «Kriegskinder» anwesend und im DVD präsent
Besonders interessant: die elf damaligen Kinder Renate Blaser, Gerhilde Fleischer, Erika Manz, Gerda Parzelius, Werner Beutelspacher, Manfred Gern, Günter Kurringer, Egon Motz, Hans Staffe, Rudolf Tischer und Adolf Wiehler konnten am Fest dabei sein und erinnerten sich dankbar an den Aufenthalt in Flawil. Noch heute bestehen zum Teil intensive Beziehungen unter den einstigen jungen Gästen und Flawil. Lebendig wurden sie im eindrücklichen Film von Beat und Erika Schildknecht. Sie haben in aufwändigen und langen Arbeitsstunden das Material in Wort und Bild zusammengetragen und damit einen wichtigen Zeitzeugen, einen Türöffner für das Verständnis der damaligen Zeit geschaffen.

Beeindruckende Chronik
Der Chronist Anton Heer hat aus einem immensen Aktenberg heraus eine bedeutsame Chronik geschaffen, die zu lesen sich wirklich lohnt. Sie enthält diverse Originaldokumente und -aussagen und zeigt einrücklich, wie viel Arbeit und Engagement in den vergangenen 70 Jahren steckt. Mit Film und Chronik wurde dafür gesorgt, dass jene Zeit nie vergessen gehen kann und aufzeigt, wieviel Elend Kriege schaffen, Kriege, die leider noch heute überall auf der Welt die Menschen beherrschen.

Beziehungen bestehen weiter
Flawils Gemeindepräsident Elmar Metzger und Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter betonten die positiven Erfahrungen mit der Partnerschaft, die in der heutigen globalisierten Welt besonders gehegt werden müsse und auch die Zukunft bereichern soll. Sie ist ein Zeichen dafür, dass Freundschaft unter Menschen von hüben und drüben bereichert. Dazu gehören auch diverse gegenseitige Besuche an speziellen Anlässen. Jan Rübsam und Andreas Koller zeigten sich nach dem feinen Mittagessen mit Bratwürsten und Rösti stolz auf diese Beziehung und hoffen, dass die Begeisterung auf die Jungmannschaft überspringt. Dies sei allerdings nicht selbstverständlich in einer globalisierten Welt, wo wieder Mauern und Zäune aufgestellt würden. Umso mehr gelte es, Sorge zu tragen zu dieser Partnerschaft.

Tanz und Show
Die Tänze der Trachtengruppe Degersheim zeigten sich als wahre Augenweide und begeisterten. Anschliessend bot sich eine Zeit des Ausruhens. Angeboten wurde ein Besuch Ortsmuseum oder eine Carfahrt rund um Flawil. Auch nur höckeln, plaudern oder spazieren war beim herrlichen Spätsommerwetter angesagt. Ab siebzehn Uhr boten Männer- und Kinderchor einen herrlichen Schlusspunkt und begeisterten die Gäste. Der Männerchor Eintracht verwöhnte mit modernen Songs und einer tollen Show unter der Leitung von Paolo Vignoli. Dazu gehörten als traditionelle Kompositionen «Z’Flawil dehei» und «Luegid vo Bärg und Tal».

Vielseitige Kinderschar
Der Kinderchor «La Cantoria» von der würtembergischen Jugendmusikschule zeigte sich sehr flexibel in Gesang und Gestik. Einrucksvoll erklang «Wohl mir, dass ich Jesum habe» aus einer Kantante von Johann Sebastian Bach. In «Rhythm of Live» faszinierten sie mit bewegenden weissen Händen. «For the beauty of the world» beschreibt die Schönheiten unserer Erde. Der Leiter Christian Feichtmayer betonte den Wert des gemeinsamen Singens in einer sehr zerstrittenen Welt. Am Klavier begleitete Margarete Busch die junge Schar, die eine gefüllte Flawiler-Tasche mit heimnehmen durfte.

Jan Rübsam und Andreas Koller, die beiden Verantwortlichen der Komitees von Isny und Flawil.<br><br><br><br>
Jan Rübsam und Andreas Koller, die beiden Verantwortlichen der Komitees von Isny und Flawil.





Interessant für die Zuschauer, das Stanzen der Jubiläumsmünzen am historischen Fallhammer der Stadt Isny<br>
Interessant für die Zuschauer, das Stanzen der Jubiläumsmünzen am historischen Fallhammer der Stadt Isny


Maria Hürlimann ist noch heute Wirtin in der "Krone" und Besitzerin des Stammtisches<br>
Maria Hürlimann ist noch heute Wirtin in der "Krone" und Besitzerin des Stammtisches


Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter überbrachte nebst einem grosszügigen Check einen Sack Sand für den noch zu erneuernden Kinderspielplatz.<br>
Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter überbrachte nebst einem grosszügigen Check einen Sack Sand für den noch zu erneuernden Kinderspielplatz.


Das Duo begleitete die Trachtengruppe aus Degersheim
Das Duo begleitete die Trachtengruppe aus Degersheim

Was der Männerchor bot, war absolute Spitzenklasse und wurde lautstark bejubelt.
Was der Männerchor bot, war absolute Spitzenklasse und wurde lautstark bejubelt.

Verantwortlich für das Stanzen und Verkaufen der Jubiläumsmünzen, von links: Ute, Erich, Wilfried und Korni
Verantwortlich für das Stanzen und Verkaufen der Jubiläumsmünzen, von links: Ute, Erich, Wilfried und Korni

Die Trachtengruppe bot anspruchsvolle Tänze
Die Trachtengruppe bot anspruchsvolle Tänze

Elf ehemaligen "Kriegskinder" genossen das gemeinsame Mahl.
Elf ehemaligen "Kriegskinder" genossen das gemeinsame Mahl.

Auch den andern Gästen schmeckten Bratwurst und Rösti
Auch den andern Gästen schmeckten Bratwurst und Rösti

Der Chronist Anton Heer (rechts) berichtete von seiner intensiven Arbeit für die Festschrift. Jan Rübsam dankte im Namen aller Anwesenden
Der Chronist Anton Heer (rechts) berichtete von seiner intensiven Arbeit für die Festschrift. Jan Rübsam dankte im Namen aller Anwesenden

Christian Feichtmayer hatte mit den etwa 60 Kindern ein tolles Programm erarbeitet.
Christian Feichtmayer hatte mit den etwa 60 Kindern ein tolles Programm erarbeitet.

Sie begeisterten mit ihren abwechslungsreichen Liedern....
Sie begeisterten mit ihren abwechslungsreichen Liedern....

....und den sprechenden Gesten mit den weissen Händen.
....und den sprechenden Gesten mit den weissen Händen.