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Wattwil/Wil: 05.10.2017
Die Anpassung an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und der Einbezug des sozialen Umfelds der Patienten ist, zusammen mit der kurzen Therapiezeit von 24 Tagen, eines der Erfolgsrezepte der PSA am Spital in Wattwil.
Die Anpassung an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und der Einbezug des sozialen Umfelds der Patienten ist, zusammen mit der kurzen Therapiezeit von 24 Tagen, eines der Erfolgsrezepte der PSA am Spital in Wattwil.

Seit 30 Jahren fachliche Begleitung und Betreuung
Die Alkoholkurzzeittherapie PSA im Spital Wattwil bietet die Möglichkeit, innerhalb von nur 24 Tagen einen Weg aus der Abhängigkeit zu finden.
pd
Ein Glas nach Feierabend, eines oder zwei Gläser beim Familienfest – Alkohol ist eine von der Gesellschaft akzeptierte Droge. Doch der Weg zwischen «noch Genuss» und Abhängigkeit ist, wie Betroffene wissen, äusserst schmal. Das Spital Wattwil bietet seit drei Jahrzehnten die Alkoholkurzzeittherapie an.

Ohne fachliche Begleitung kaum Ausstiegs-Chancen
Wer regelmässig und über längere Zeit Alkohol konsumiert, kann abhängig werden. Der Weg zurück ist ohne fachliche Hilfe kaum zu schaffen und längere Therapien sind, gerade für Berufstätige, nicht leicht zu organisieren. Seit 30 Jahren bietet die Alkoholkurzzeittherapie PSA im Spital Wattwil die Möglichkeit, innerhalb von nur 24 Tagen einen Weg aus der Abhängigkeit zu finden.

Wichtig sind auch Strategien, wie mit dem Thema Alkohol nach der Rückkehr in den Alltag umgegangen wird. Genutzt wird das schweizweit einmalige Therapieangebot von Frauen und Männern aus dem Kanton St. Gallen, aber auch den umliegenden Regionen.

Gemeinsame Therapien geschätzt
«Wir durften während der drei Jahrzehnte, seit Bestehen der Alkoholkurzzeittherapie, schon vielen Menschen im Alter zwischen 20 und 80 Jahren helfen, freut sich die Leiterin der Alkoholkurzzeittherapie PSA, Vanessa Brandestini. Gerade die Rückfallprävention ist ein wichtiges Thema während den Therapiesitzungen.

«Geschätzt wird von unseren Patienten auch, dass jeweils eine Gruppe von maximal sieben Patientinnen und Patienten die Therapie gemeinsam beginnt und während der gesamten 24 Tage zusammen bleibt.»

Wohlbefinden im geschützten Umfeld
Genau dieses Zusammensein in einem geschützten Raum ist für Lorena T., eine der aktuellen Patientinnen wichtig. «Alkoholabhängigkeit ist ein Tabuthema und deshalb fühle ich mich in diesem geschützten Umfeld wohl.» Sie hat zuerst einen Entzug gemacht und ist dann, über eine Beratung beim Blauen Kreuz, auf das Angebot in Wattwil gestossen. «Mir war nach dem Entzug klar, dass ich eine Therapie benötige, die mich in den Alltag zurückführt.» Dank der kurzen Zeit von 24 Tagen kann sie in Kontakt mit ihrem sozialen Umfeld und der Arbeitswelt bleiben und dies ist, gerade für die Zeit «danach», sehr wichtig.

Erfolgsrezept Kurzzeittherapie
Gegründet wurde die PSA im Spital Wattwil im Jahr 1987 durch den damaligen Chefarzt Dr. med. Bruno Bischof. Das Konzept, entwickelt durch Fachleute des Ostschweizer Verbands für Suchtfragen, hat sich bewährt. Die Anpassung an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und der Einbezug des sozialen Umfelds der Patienten ist, zusammen mit der kurzen Therapiezeit von 24 Tagen, eines der Erfolgsrezept der PSA am Spital in Wattwil. Weitere Informationen zur Therapie unter www.alkoholtherapie.ch.
Vanessa Brandestini, Leiterin der Alkoholkurzzeittherapie PSA.
Vanessa Brandestini, Leiterin der Alkoholkurzzeittherapie PSA.