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Hosenruck: 25.11.2017
MEOS PerspektivA KreativAtelier, Team Nähkurs: Ingrid, Anatina, Esther, Ana (hinten), Heidi, Trudi, Stefan (vorne), März 2017
MEOS PerspektivA KreativAtelier, Team Nähkurs: Ingrid, Anatina, Esther, Ana (hinten), Heidi, Trudi, Stefan (vorne), März 2017

Soforthilfe für frierende Flüchtlingskinder in Kos
Nach Wil zugewanderte Menschen nähen für die 163 Flüchtlingskinder Kappen und Schals
pd
Auf der griechischen Insel Kos ist auch die Kälte ist eingezogen. Die 163 frierenden Kinder in der provisorischen unbeheizten Unterkunft (Hotspot) können sich aber gegen die Kälte schützen. Denn die Handarbeitsgruppe des Wiler Integrationsprojekts MEOS PerspektivA reagierte umgehend auf ihren Hilferuf und nähten fleissig Kappen und Schals für sie.

Im Kirchensaal der GvC Wil (Freikirche an der Glärnischstrasse 44) ist anstelle der andächtigen Stille das laute Surren vieler Nähmaschinen zu hören. Fleissige Menschen, herkünftig aus aller Welt, nähen, sprechen, schneiden und sortieren fleissig, rastlos und beinahe ohne Unterbrechung.

Nichts lässt sie ablenken oder stören, denn die Zeit eilt! Die wärmenden Textilen werden von den frierenden Kindern sehnsüchtig erwartet. An diesem Montag arbeiten die Meisten ausnahmsweise den ganzen Tag und auch noch am Dienstagabend, damit die Kappen und Schals so schnell wie möglich mit der Post abgeschickt werden können. Die Gespräche von den Erinnerungen der eigenen Flucht wie auch das feine Mittagessen werden dabei zur Stärkung und wichtigen Motivation.

Das wöchentliche Nähen am Montag ist ein fröhlicher Wochenstart
Ana ist gebürtige Griechin und kennt die Nöte der Hilfesuchenden aus ihrem vergangenen Hilfseinsatz in Kos. Zusammen mit fünf weiteren ehrenamtlichen nähbegeisterten Frauen aus Wil und Umgebung führen sie die anwesenden Frauen und Männer in die Kunst des Nähens ein. Die bis zu zwanzig Teilnehmenden setzen sich aus ganz verschiedenen Herkunftsländern zusammen.

Die Meisten von ihnen sind selber in die Schweiz geflüchtet. Jeden Montag kommen sie, lernen und üben an den bereitgestellten Nähmaschinen. Dabei nähen sie Decken für Kinder in Asylunterkünfte (www.minidecki.ch) oder auserlesene Handarbeiten, die dann am Wiler Wochenmarkt zum Verkauf angeboten werden. Denn das Projekt soll sich nebst Spenden auch zu einem gewissen Grad selber finanzieren. Selbstverständlich dürfen die fleissigen Näherinnen und Näher(!) (es sind zur Hälfte Männer) aber auch eigene Ideen für sich selber zur Umsetzung bringen. So sind schon wunderschöne Küchenschürze, Pyjamas und andere Kleidungsstücke aus ihren Händen entstanden.

Auch Training für Deutsch sprechen
Der Nähkurs ist wie auch die weiteren interkulturellen Angebote Integrationstreffen
Im Nähkurs stehen nebst dem Erwerb des handwerklichen Geschicks des Nähens ebenso das Training der deutschen Sprache, Tipps und Tricks im alltäglichen Leben in der Schweiz, sowie die Gemeinschaftpflege z.B. auch beim gemeinsamen Mittagessen im Vordergrund. Ergänzt wird das Angebot mit weiteren Kreativkursen wie Ausdrucksmalen, Kochen & Backen, sowie einem Deutschkurs am Mittwochnachmittag mit Kinderbetreuung und Abendessen.

MEOS PerspektivA hilft benachteiligte Menschen
MEOS PerspektivA wurde 2014 als lokaler Verein gegründet. Das Ziel ist die ganzheitliche gesellschaftliche Integration benachteiligte Menschen in Wil und Umgebung. Alle Angebote und Dienstleistungen sind freiwillig und stehen Menschen jeglicher Nationalität, Religion und Ethnien offen.

Nebst dem Handarbeitskurs am Montagmorgen und dem Deutschkurs für Erwachsene mit Kinderbetreuung am Mittwochnachmittag werden Freizeitbeschäftigungen im Bereich Handwerk, Kochen und Garten, sowie Arbeits- und Wohncoaching angeboten.
Der Verein finanziert sich je zu einem Drittel aus den Eigenproduktionen der Freizeitaktivitäten, Beiträgen der öffentlichen Hand, sowie Spenden und Sponsoring von Privatpersonen und Firmen. Das Hilfswerk MEOS erscheint als Initiant und Hauptunterstützer in der Namensgebung.

MEOS PerspektivA präsentiert sich bis zu den Weihnachten wöchentlich am Stand des Wiler Wochemarktes mit heissem Punsch und handgemachten Produkten: Weihnachtsguetzli, Karten, Textilen und Most, sowie selbstgepflückten Äpfel. Herzlich willkommen!

MEOS: Seit 55 Jahren aktiv für Immigranten in der Schweiz
MEOS hat sich als Hilfswerk in der Schweiz in den vergangenen 50 Jahren zu einem Kompetenzzentrum für Immigration entwickelt. Die Ursprünge von MEOS liegen in der Gastarbeiterproblematik der 1960er Jahre. Damals kümmerte sich die Organisation um die Saisonniers aus Italien.

In der Zwischenzeit haben sich die Herausforderungen markant verändert. Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Religionen leben heute in der Schweiz. MEOS arbeitet zum Beispiel im Asylwesen, Gefängnissen oder auch unter jugendlichen Secondos. Mit Deutschkursen, Lebensberatung, und auch mit Hilfsgütern erhalten Ausländer in der Schweiz ganz praktische Unterstützung.
Weitere Informationen: www.meos.ch

Fertig genähte Kappen im Nähkurs
Fertig genähte Kappen im Nähkurs

Selbstgemachte Hemden, Andom, Adanom, März 2017.
Selbstgemachte Hemden, Andom, Adanom, März 2017.

Ein selbstgemachtes Kleid, Genet, März 2017.
Ein selbstgemachtes Kleid, Genet, März 2017.

Eine Aktion "minidecki".
Eine Aktion "minidecki".

MEOS PerspektivA: Marktstand am Wiler Wochenmarkt.
MEOS PerspektivA: Marktstand am Wiler Wochenmarkt.