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Wil: 04.12.2017
Es vergeht einige Zeit bis der Inselgast die Vorlieben der Bewohner auf Menschenfleisch erkennt.
Es vergeht einige Zeit bis der Inselgast die Vorlieben der Bewohner auf Menschenfleisch erkennt.

Nestroy und „Das gräuliche Festmahl“
Eine Horrorgeschichte auf unterhaltsame Weise inszeniert, dank Operettenmelodien in seiner rau wirkenden Art entschärft.
Niklaus Jung
Mit einer Horror-Geschichte wartete die Tonhallenbühne zum Freitagsabo für die Besucher auf. Die Koproduktion des Theater Kanton Zürich mit dem Zürcher Opernhaus führte auf eine Kannibaleninsel weit weg in Ozeanien. Aufgeführt wurde eine Burleske von Johann Nestroy mit dem Titel „Häuptling Abendwind oder das gräuliche Festmahl“, musikalisch mit Offenbach-Musik umrahmt.

Es ist bereits das zweite Mal, dass sich Florence Leonetti, die künstlerische Leiterin der Tonhalle, zu einer Schweizer Aufführung wagt. Wie sie anlässlich der Programmvorstellung ausführte, strebt sie auch die Förderung von Schweizer Theater-Kunst im Wiler Programm an. In der Aufführung gelingt gleich zweifache Förderung von „Schweizer Qualität“, da neben dem Theater Kanton Zürich auch das Opernhaus Zürich darin eingebunden ist.

Kaum mehr Vorstellbares auf die Bühne gebracht
Die Tonhallengäste waren gemäss dem Beschrieb im Programmheft vorgewarnt, was sie mit dem „Kannibalen-Stück“ erwartet. Ein paar Aussteiger hatten sich den Spass geleistet, sich auf einer fernen Insel einem Journalisten als Kannibalen vorzutäuschen, um endlich auch fernab der Heimat für Touristen eine knisternde Geschichte auftischen zu können. Die Schauspieler, kannibalisch verkleidet, wirkten zusammen mit furchteinflössenden Auftritten für jedermann beängstigend. Dies zeigte sich auch beim ankommenden Forscher MCLair, der sich zwar auf Kannibalenkontakte eingestellt hatte. Weil er für seine TV-Sendung eine Knallergeschichte suchte, liess er sich von der Gefährlichkeit seiner Expedition nicht beeindrucken.

Immer etwas versteckt, beobachtete er die Lebensart dieser angeblichen Menschenfresser. Dabei bot sich die Gelegenheit den Besuch eines angeschwemmten Gastes zu verfolgen, der ob dem Menschenhunger der Inselbewohner nächstes Opfer werden sollte. Allerdings wurde das zunehmend schwierig, weil eine der Bewohnerinnen sich spontan in den neuen Gast verliebte und damit dessen Verspeisung sozusagen verunmöglichte.

Zweierlei Qualitäten
Die Musizierenden des Opernhaus Zürich spielten zur ganzen Aufführung Melodien aus Jacques Offenbachs Werken. Die Inselbewohner, auf raue Sitten ausgerichtet, zeigten sich zwischendurch überraschend mit höchsten Stimmqualitäten, was das Publikum mehrfach mit Applaus verdankte.

Was als Operette angekündigt war, wirkte ob den rauen Sitten auf der Bühne zumeist alles andere als amüsant. Es bedurfte allerdings schauspielerischer Qualität für die Aufführenden und die musikalische Begleitung des Opernhauses erfüllte die Anforderungen an eine Operette überaus vorteilhaft mit ausgewählten Musikwerken.
Eigentlich ist Jim MCLair auf Forschungsreise für seltene Stämme, bis er sich auf weit Gefährlicheres einstellen muss.
Eigentlich ist Jim MCLair auf Forschungsreise für seltene Stämme, bis er sich auf weit Gefährlicheres einstellen muss.

Weil MCLair's TV-Sendung ein Knaller werden soll, lässt er sich auch von grösseren Tieren nicht so schnell beeindrucken.
Weil MCLair's TV-Sendung ein Knaller werden soll, lässt er sich auch von grösseren Tieren nicht so schnell beeindrucken.

Vor laufender Kamera versucht MCLair die Inselbewohner in Gespräche zu verwickeln.
Vor laufender Kamera versucht MCLair die Inselbewohner in Gespräche zu verwickeln.

Tänzerisch versucht sich MCLair sich den Gepflogenheiten der Inselbewohner anzupassen.
Tänzerisch versucht sich MCLair sich den Gepflogenheiten der Inselbewohner anzupassen.

Immer bereit, das nächste Opfer aufzubereiten, um den grossen Hunger zu stillen.
Immer bereit, das nächste Opfer aufzubereiten, um den grossen Hunger zu stillen.