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Wil: 31.01.2017
Der Kanton und die SBB antworten mit konkreten Terminen auf die Wiler Petition. Baldige Verbesserungen bleiben mehrheitlich Wunschtraum.
Der Kanton und die SBB antworten mit konkreten Terminen auf die Wiler Petition. Baldige Verbesserungen bleiben mehrheitlich Wunschtraum.

Die Region Wil erreichte beim Kanton und der SBB zumindest Aufmerksamkeit für die Anliegen. Die Region will dran bleiben. Sie informierten über die öV-Versprechen von Kanton und SBB: v.l. Bettina Anderau-Latzer, Departement Bau, Umwelt, Verkehr Stadt Wil; Stadtpräsidentin Susanne Hartmann, Urs Scheller, Präsiden IG-öV Wil; Lucas Keel, Fachverantwortlich bei Regio Wil und Sara Leuthold von Regio Wil.
Die Region Wil erreichte beim Kanton und der SBB zumindest Aufmerksamkeit für die Anliegen. Die Region will dran bleiben. Sie informierten über die öV-Versprechen von Kanton und SBB: v.l. Bettina Anderau-Latzer, Departement Bau, Umwelt, Verkehr Stadt Wil; Stadtpräsidentin Susanne Hartmann, Urs Scheller, Präsiden IG-öV Wil; Lucas Keel, Fachverantwortlich bei Regio Wil und Sara Leuthold von Regio Wil.

Petition IGöV Wil: Kurzfristig kaum Verbesserungen
Fazit der Petition: Sie erreichte beim Kanton und der SBB die Aufmerksamkeit für die gestellten Forderungen.
Niklaus Jung
Mit der Vorstellung der Antworten seitens des Kantons und der SBB zur Petition der IGöV Wil machten die IGöV Wil, Stadt und Regio Wil den Stellenwert der kommenden Entwicklung beim Bahn- und Busangebot deutlich. Vordergründig betont der Kanton das bessere Angebot an Sitzplätzen ab 2018. Die übrigen Forderungen zur Verbindungsdichte, Niederflur-Rollmaterial und Perronverlängerungen haben noch längere Wartefristen.

Stadtpräsidentin Susanne Hartmann betonte eingangs der Medieninformation vom Dienstagvormittag, dass die Information bei der Bevölkerung ankommen muss, um auch zukünftig auf die Entwicklungen sensibilisiert zu bleiben. Es gilt dran zu bleiben, soll der Anschluss für den regional wichtigen Verkehrsknoten Wil nicht verpasst werden.

Erreichte Aufmerksamkeit beim Kanton und der SBB
Urs Scheller, Präsident der IGöV Wil, sieht in der Beantwortung der Petitionsforderungen kurzfristig wenig grosse Erfolge zu den gestellten Forderungen. Hingegen sei die Aufmerksamkeit bei den Entscheidungsstellen von Kanton und der SBB erreicht. Es seien die rund 12'000 erreichten Unterschriften gewesen, welche zur Einladung für eine Aussprache beim Kanton und der SBB geführt hätten.

Verschlechterung trotz bleibender Fahrplandichte
Die Wiler Stadtplanerin Bettina Anderau-Latzer informierte über die Resultate der Aussprache mit dem Kanton und der SBB. Zur Forderung, dem Erhalt der Fahrplandichte verschlechtert sich das Umsteigen vom regionalen öV, da Anschlüsse nach St. Gallen oder Winterthur-Zürich nur halbstündlich ohne grössere Wartezeiten möglich bleiben.

Regional kann auf die Verschiebungen nicht allseits reagiert werden. Die S-Bahnen Wattwil / Weinfelden können ob "Eckanschluss" nicht umstellen. Beim Stadtbus braucht es einen Angebotsausbau. Mehraufwand ist auch beim Regionalverkehr angesagt. Alle Mehrkosten müssen mehrheitlich durch Kanton und Gemeinden getragen werden. Fazit: Die Verbindungsdichte bleibt ähnlich wie heute, aber die Qualität verschlechtert sich.

Perron-Verlängerung erst auf 2023
Offensichtlich hat die SBB keine Möglichkeit, kurzfristig mehr Niederflur-Rollmaterial auf der Strecke St. Gallen-Zürich einzusetzen. Gemäss Angaben seitens der SBB verbessert sich das Rollmaterial ab 2018, aber vertretbar gut wird es erst ab dem Jahr 2020. Im Fernverkehr sind ab 2021 zwei Niederflurzüge pro Stunde versprochen.

Die Perron-Verlängerung ist seitens der SBB eigentlich schon seit 1980 Thema, wurde aber immer wieder hinausgeschoben. Das 36 Mio.-Projekt startet zwar mit dem Vorprojekt im laufenden Jahr, der Bau dürfte erst im 2021 beginnen, um dann im 2023 den Vollbetrieb aufnehmen zu können. Bis zu diesem Zeitpunkt können die langen Kompositionen in Wil nicht ohne Einschränkungen anhalten. Es müssten Wagen der Überlängen geschlossen bleiben, oder Kurzzug-Lösungen eingeführt werden.

Es braucht Allianzen für die Durchsetzung der Anforderungen
Der Uzwiler Gemeindepräsident Lucas Keel, bei Regio Wil in der Fachgruppe Verkehr verantwortlich, machte in seinen Ausführungen deutlich, dass das was heute ablaufe, eigentlich schon vor Jahren entschieden wurde. In der Fachgruppe Verkehr hätten sie kompetente Fachleute dabei, mit deren Engagement das maximal Mögliche erreicht sei.

Es gebe verschiedene Problemkreise, welche nicht im Einflussbereich der Region ständen. Die verspätete Auslieferung des neuen Rollmaterials bei Bombardier verschulde die gewünschte Verbesserung aktuell. Auch die Perron-Verlängerung sei bei der SBB eigentlich schon in den Jahren 1980 bis 2000 mehrmals Thema gewesen. Die Region könne jetzt beim Buskonzept nur mit viel Geld Schadensbegrenzung betreiben.

Nach Keel gilt es für die Zukunft grössere Allianzen von Aadorf bis Oberbüren zu schmieden, sozusagen als Dauerlauf, um dran zu bleiben. Hausaufgaben erledigen sei bei der Stadt wie dem Kanton ebenso Thema. Es müsse an Lösungen mit vielen Gewinnern gearbeitet werden, matchentscheidend sind nach Keel Investitionen in die Infrastruktur.

Mehr Sitzplätze ab Ende 2018
Überall stufenfrei einsteigen ab Ende 2023.

Angebot ab Dezember 2018
Die zukünftigen Ausbauschritte im Schienenverkehr hat das Parlament 2014 in der FABl›Vorlage festgelegt. Als fahrplantechnische Grundlage für die Umsetzungsplanung gilt das vom Bundesamt für Verkehr publizierte Referenzkonzept Ausbauschritt 2025. Dieses legt für den Regionalverkehr im Korridor St. Gallen-Wil fest, dass die S-Bahn (S1) in Wil ab Dezember 2018 weiterhin halbstündlich verkehren wird, jedoch um 15 Minuten versetzt wie heute (viertel-vor und viertel-nach).

Nieder?urzüge
Ab Dezember 2018 wird die SBB im Fernverkehr im Korridor St. Gallen-Zürich Nieder?urzüge stündlich einsetzen; ab Dezember 2020 halbstündlich. Damit werden auf der Strecke mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen.

Barrierefreier Ausbau Bahnhof Wil
Erhöhung der Perrons Gleis 1, 2/3 und 4/5, damit ein stufenfreier Zugang zu den Perrons und in die Züge möglich ist. Zudem baut die SBB neue Rampenzugänge zu den Perrons Gleis 2/3 sowie 4/5.

Terminplan
- 2017 bis 2018: Erarbeitung Vorprojekt
- 2018 bis 2019: Erarbeitung Au?age- und Bauprojekt
- 2019 bis 2020: Plangenehmigungsverfahren
- 2021 bis Dezember 2023: Realisierung.

Ausführung und Kosten
Die SBB geht von Gesamtkosten von rund 36 Millionen Franken (Kostengenauigkeit +/- 30 Prozent, finanziert über das Programm «Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur (ZEB)» des Bundes) sowie einem Inbetriebnahmetermin im Dezember 2023 aus.

Stadtpräsidentin Susanne Hartmamm: "Die Hauptverantwortung für das öV-Angebot ist zwar beim Kanton, aber von Wil aus bleiben wir dran".<br><br><br><br><br><br><br><br><br>
Stadtpräsidentin Susanne Hartmamm: "Die Hauptverantwortung für das öV-Angebot ist zwar beim Kanton, aber von Wil aus bleiben wir dran".










Urs Scheller, Präsident IG-öV: "Das Vorsprechen beim Kanton und der SBB über die Petition führt kurzfristig nicht zu grösseren Verbesserungen, aber die Aufmerksamkeit bei diesen Stellen ist verbessert".<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
Urs Scheller, Präsident IG-öV: "Das Vorsprechen beim Kanton und der SBB über die Petition führt kurzfristig nicht zu grösseren Verbesserungen, aber die Aufmerksamkeit bei diesen Stellen ist verbessert".











Bettina Anderau-Latzer, Stadtplanerin beim BUV: "Zu den gestellten Forderungen ist vorerst Abwarten angesagt. Trotz bleibender Verbindungsdichte verschlechtert sich deren Qualität bezüglich zeitlicher Erreichbarkeit über den regionalen öV.<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
Bettina Anderau-Latzer, Stadtplanerin beim BUV: "Zu den gestellten Forderungen ist vorerst Abwarten angesagt. Trotz bleibender Verbindungsdichte verschlechtert sich deren Qualität bezüglich zeitlicher Erreichbarkeit über den regionalen öV.











Lucas Keel, Fachgruppenleiter öV bei Regio Wil: "Beim Buskonzept muss mit viel Geld Schadensbegrenzung betrieben werden".
Lucas Keel, Fachgruppenleiter öV bei Regio Wil: "Beim Buskonzept muss mit viel Geld Schadensbegrenzung betrieben werden".