iwp logo infowilplus.ch  
Orte
Spezial
Wil: 08.01.2018
Blumiger Abschluss der Premiere. Die Schauspielenden verneigen sich dankend beim applaudierenden Publikum.
Blumiger Abschluss der Premiere. Die Schauspielenden verneigen sich dankend beim applaudierenden Publikum.

Farbenprächtig und mit eindrücklichen Auftritten zeigt sich die Aufführung "Die Regimentstochter".
Farbenprächtig und mit eindrücklichen Auftritten zeigt sich die Aufführung "Die Regimentstochter".

„Regimentstochter“ startet mit Bilderbuchpremiere
Herausragende Auftritte der Schauspielenden und Solisten prägen die Aufführung, die heimische Nicole Bosshard brilliert in der Hauptrolle „Marie“.
Niklaus Jung
Musiktheater Wil gelang am Samstag in der Tonhalle Wil die Premiere der komischen Oper von Gaetano Donizetti „Die Regimentstochter“ in herausragender Qualität. Präsident Eugen Weibel konnte voraus ein erwartungsvolles Publikum begrüssen. Freudvoll stellte Regieleiterin Regina Heer die Inszenierung vor, über 60 Spielproben dafür eingesetzt zu haben. Freudvolle Auftritte, ein wirkungsvolles Bühnenbild und musikalische Höhepunkte prägen die Aufführung.

Mit der Schauspielsaison 2018 mit 25 Aufführungen der komischen Oper „Die Regimentstochter“ dürfte Musiktheater Wil glänzende Zuschauerzahlen erreichen. An der Premiere zeigte sich die erreichte hohe Qualität der Aufführung, angefangen beim Bühnenbild, über die brillant vorgetragene musikalische Umrahmung, bis zu den freudvoll auftretenden Schauspielern und den wirkungsvollen Gesangsstimmen.

50 Tage Vorbereitung
Die Aufführung „Die Regimentstochter“ sollte in allen Teilen gelingen, dies spürte man schnell aus den einleitenden Worten seitens Eugen Weibel, Präsident von Musiktheater Wil. Monate der Vorbereitung hätten sie hinter sich, welche nach den Sommerferien im 2017 begonnen hätten. In über 40 Chorproben sei der Gesangsteil eingeübt worden. Dazu hätten 30 Orchesterproben, ohne Registerproben, stattgefunden. Ab dem 13. November starteten die total 60 Regieproben.

Eugen Weibel rechnete die Probeneinsätze zusammen. Die über 100 Proben total, gerechnet mit drei Stunden, ergeben rund 50 Tage Vorbereitungszeit. Nun seien sie vorbereitet für die Premiere.

„Der Regimentstochter auf den Zahn gefühlt“
Regieführerin Regina Heer zeichnete in der Vorstellung des Werkes ein eindrückliches Bild über die Vorbereitung der Aufführung. In einer ersten Auseinandersetzung mit dem Werk sei es bald einmal um das Aussehen des Bühnenbildes gegangen. Im Studium des auf kriegerischem Hintergrund aufgebauten Werkes hätten sie der „Regimentstochter“ vertieft auf den Zahn gefühlt. Es sei darum gegangen, was die Handlung eigentlich bezwecken wolle.

Die Geschichte handle vom 21. Regiment Napoleons. Auf dem Schlachtfeld wurde ein Baby gefunden mit dem Beipackzettel, dass man es auf das Schloss bringen soll. Das Mädchen „Marie“ genannt, wuchs im Rückwärtigen des Regiments auf und wuchs zur Soldatenfrau auf. Weil der richtige Vater unbekannt, sei Marie sozusagen von 2'000 Vätern umgeben gewesen und habe diese auch unterhalten. Die Oper starte dort, wo Marie erwachsen wurde und unter Eid einen Soldaten heiraten sollte. Dieser Eid habe aber nur bis zum Zeitpunkt gehalten, als der Tiroler Tonio in Erscheinung trat.

Schwierig im Blickpunkt des Weltgeschehens
Regina Heer nannte das in der Aufführung stattfindende Kriegsgeschehen eine schwierige Ausgangslage im Blickpunkt des aktuellen Weltgeschehens, wo weltweit Kriege herrschten. Allerdings könne man die Kriege um 1840 nicht mit heute vergleichen. Damals sei es vielmehr um Territorium und Nationalstolz gegangen. Die Oper nehme das Kriegsgeschehen aus Distanz aufs Korn. Im Vordergrund stehe die Liebesgeschichte von Marie mit Tonio, wo Marie erst mit 20 Jahren von ihren leiblichen Eltern erfahren habe.

Gaetano Donizetti beschrieb Regina Heer als Schnellschreiber, wie er in kurzer Zeit mehrere Opern geschrieben habe. „Die Regimentstochter“ habe er zwischendurch erarbeitet, sozusagen in einem „Schnurz“ hingelegt, wie sich Heer ausdrückte. Man müsse wissen, dass es um 1839 noch keine Computer und keine Kopierer gegeben habe. War die Oper in ersten Aufführungen nicht sehr erfolgreich, sei sie ein Jahr später in aller Munde gewesen.

Grund zum Feiern
Im Anschluss an die Aufführung im Tonhallensaal waren die Premierengäste in den kleinen Saal geladen zur eigentlichen Premierenfeier. Eugen Weibel, Präsident Musiktheater Wil, hatte guten Grund, die über 200 Beteiligten für ihren Einsatz zu loben. Den Aufführenden ständen nochmals 24 Aufführungen bevor, auch mit den Zweitbesetzungen in den Hauptrollen das Publikum begeistern zu können. Jedenfalls hätten sie sich überaus gefreut über den lang anhaltenden Applaus zum Abschluss der Aufführung.

Weibel hatte guten Grund, mehrere Akteure der Aufführung zu beglückwünschen. So stehe Kurt Pius Koller an der bereits 10. Inszenierung als musikalischer Leiter der Aufführung vor. Die Regieführung mit Regina Heer hätten sie alle ins Herz geschlossen ob ihrer kompetenten Leitung, zusammen mit ihrer Assistentin Nina Stix. Marion Andrea Menziger erhielt lobende Worte für ihre Bühnenbildgestaltung, wie auch Bernhard Duss für die Kostümwahl. Grossen Applaus erhielt die Erwähnung von Nicole Bosshard in ihrer Hauptrolle „Marie“. Weibel hatte noch eine lange Liste von verdienten Personen vorbereitet, welche ob ihrem Einsatz Erwähnung verdienten.

Mit dem feinst mundenden Apéro riche aus dem Hause Hirschy endete die Premierenfeier unter regem Austausch unter den Premierengästen. Zahlreich fanden sich auch frühere Schauspiel- und Gesangsgrössen unter Gästen wie Margrit und Christof Meyerhans, Anselm Stieger, Paul Meyer und viele mehr. Besondere Freude herrschte bei Lydia und Ernst Bosshard, den Eltern von Nicole Bosshard (In der Hauptrolle „Marie“). Bekanntlich war es Ernst der seine Tochter Nicole vor Jahren in die gesangliche Rolle bei der Inszenierung „Wildschütz“ führte.
Eugen Weibel, Präsident Musiktheater Wil: "Über 100 Proben leisteten die Aufführungen gesamt, um eine ansprechende Aufführung zu garantieren".<br><br><br><br><br><br><br>
Eugen Weibel, Präsident Musiktheater Wil: "Über 100 Proben leisteten die Aufführungen gesamt, um eine ansprechende Aufführung zu garantieren".








Regina Heer,  Regieleitung: "Wir haben uns in 60 Proben eindrücklich mit dem Werk auseinandergesetzt und der "Regimentstochter" auf den Zahn gefühlt".<br><br><br><br><br><br><br>
Regina Heer, Regieleitung: "Wir haben uns in 60 Proben eindrücklich mit dem Werk auseinandergesetzt und der "Regimentstochter" auf den Zahn gefühlt".








Glücklich vereintes Paar: Marie (Nicole Bosshard) und Tonio (Remy Burnens). <br><br><br><br><br><br><br>
Glücklich vereintes Paar: Marie (Nicole Bosshard) und Tonio (Remy Burnens).








Ein Raunen ging durch den Saal, beim ersten Auftritt der "goldenen" Damen.<br><br><br><br><br><br><br>
Ein Raunen ging durch den Saal, beim ersten Auftritt der "goldenen" Damen.








Lydia und Ernst Bosshard, die Eltern von Nicole (Marie in der Hauptrolle), freuen sich über die gelungene Vorstellung ihrer Tochter.
Lydia und Ernst Bosshard, die Eltern von Nicole (Marie in der Hauptrolle), freuen sich über die gelungene Vorstellung ihrer Tochter.

Das Publikum bedankt sich mit lang anhaltendem Applaus bei den Schauspielenden wie auch dem Orchester.
Das Publikum bedankt sich mit lang anhaltendem Applaus bei den Schauspielenden wie auch dem Orchester.

Sie geniessen den Apllaus, Kurt Pius Koller, musikalische Leitung und die Regie mit Regina Heer, Nina Stix und Bernhard Duss, Kostüme.
Sie geniessen den Apllaus, Kurt Pius Koller, musikalische Leitung und die Regie mit Regina Heer, Nina Stix und Bernhard Duss, Kostüme.

Applaus für Hortensio den Haushofmeister und die Herzogin.
Applaus für Hortensio den Haushofmeister und die Herzogin.

Gewinnende Auftritte boten Feldweibel Sulpiz und Marchese, letztlich als Mutter von Marie erkannt.
Gewinnende Auftritte boten Feldweibel Sulpiz und Marchese, letztlich als Mutter von Marie erkannt.

Vereintes Publikum zur Premierenfeier im kleinen Saal.
Vereintes Publikum zur Premierenfeier im kleinen Saal.

Blumen für die Theaterleitung. v.l.: Karin Thalmann, Katrin Meyerhans, Eugen Weibel, Heinz Felix und Michel Lüber.
Blumen für die Theaterleitung. v.l.: Karin Thalmann, Katrin Meyerhans, Eugen Weibel, Heinz Felix und Michel Lüber.

Blumen für Satoko Kato, die Organisatorin hinter der Bühne als Korrepetitionistin.
Blumen für Satoko Kato, die Organisatorin hinter der Bühne als Korrepetitionistin.

Hohe Gäste an der Premiere. Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter mit Gatte Morton (rechts), zusammen mit Eugen Weibel.
Hohe Gäste an der Premiere. Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter mit Gatte Morton (rechts), zusammen mit Eugen Weibel.

Mit von der Partie, Regierungsrat Marc Mächler mit Gattin Chantal und den Rutishausers (Hauptsponsor).
Mit von der Partie, Regierungsrat Marc Mächler mit Gattin Chantal und den Rutishausers (Hauptsponsor).