iwp logo infowilplus.ch  
Orte
Spezial
Oberuzwil: 20.01.2018
<br>Der Vorstand, wie er sich im neuen Vereinsjahr nach dem Rücktritt von Jürg Schadegg präsentiert:  <br>(von links), Ueli Gubler; Adrian Müller, Kasse; Thomas Rhyner, Präsident; Ellen Schout Grünenfelder, Aktuarin; René Baer (durch die Blume...) und Regula Blöchlinger, welche seit Jahren wunderschöne Dekorationen auf die Tische zaubert -<br>

Der Vorstand, wie er sich im neuen Vereinsjahr nach dem Rücktritt von Jürg Schadegg präsentiert:
(von links), Ueli Gubler; Adrian Müller, Kasse; Thomas Rhyner, Präsident; Ellen Schout Grünenfelder, Aktuarin; René Baer (durch die Blume...) und Regula Blöchlinger, welche seit Jahren wunderschöne Dekorationen auf die Tische zaubert -


Gemeinschaftssinn statt Einzelinteressen
184. HV der Donnerstags-Gesellschaft Oberuzwil
Annelies Seelhofer-Brunner
Trotz Sturmtief Friederike trafen zahlreiche Mitglieder der Oberuzwiler Donnerstags-Gesellschaft im evangelischen Kirchgemeindehaus Oberuzwil aus, um sich über das neue Jahresprogramm und den Stand der Kasse zu informieren, aber auch, um die wie immer sehr gehaltvollen eigenen Gedanken von Präsident Thomas Rhyner anzuhören. Diesmal machte er sich Gedanken zum steigenden Trend, nur noch das bezahlen zu wollen, was man auch wirklich benötige. Dem stellte er das Wort SOLIDARITÄT entgegen.

Etwas fürs Auge
Einmal mehr verlockte die wunderschöne, in Schwarz und Gelb gehaltene Saaldekoration zu genauerem Hinschauen. Diesmal hatte Regula Blöchlinger diese der Auftaktmusik der Oberkrainer-Musik der Fust-Buebe aus Dreien angeglichen. Hübsche Scherenschnitte mit dem bäuerlichen Zyklus der Milchverwertung waren als Tischsets ausgelegt, dazu kunstvoll gefaltete Servietten, aus denen das Besteck herausragte. Beim Schlussdank des Präsidenten an alle am Gelingen des Abends Beteiligten gab es denn auch einen kräftigen Applaus für diesen „Augenschmaus“.

Etwas fürs Ohr
Drei junge Burschen – Männer wäre noch fast etwas übertrieben – mit ihrer Mama Gabi Fust aus Dreien bei Mosnang spielten zum Auftakt lüpfige Oberkrainer-Melodien, welche an manchen Plätzen die Füsse unter den Tischen in Bewegung brachten. Sie spielten mit viel Schwung und Freude, zudem äusserst abwechslungsreich arrangiert. Christian spielt Klarinette, Erich Akkordeon oder auch Handorgel, Franco Trompete und Mama Gabi zupft und streicht den Bass. Natürlich durfte dabei auch mit „Auf der Autobahn“ das wohl bekannteste Stück von Slavko Avsenik nicht fehlen, welches die Musizierenden wohlweislich erst als Zugabe vortrugen. Denn das Dessert bekommt man normalerweise ja auch immer am Schluss…

Ansehnlicher Mitgliederbestand
2012, zu Beginn der Ära Rhyner, zählte der Verein genau 233 Personen, am Ende des Vereinsjahrs 2017 bereits 258. Rhyner hatte aber in alten Dokumenten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch viel kleinere Mitgliederzahlen gefunden, so einmal noch genau 15 Leute, damals vermutlich alles Männer. Den Mitgliedern wird aber für einen bescheidenen Jahresbeitrag auch etwas geboten. Im vergangenen Jahr 2017 gab es beispielsweise fünf gutbesuchte Anlässe mit ganz verschiedenen Themen.

Traktandenliste
Heisse Traktanden gab es keine, sogar die Kasse hatte einen Gewinn erreicht und der damit ein solides Polster für grössere Ausgaben zugewiesen. Beim Traktandum „Wahlen“ meldete der Präsident den Rücktritt des vielbeschäftigten Sportlehrers und Coaches Jürg Schadegg. Man zeigte viel Verständnis für diesen Entscheid, der Vorstand hat aber noch keinen Ersatz dafür gesucht, sondern will die Geschäfte vorläufig einmal auf die verbleibenden sechs Vorstandsmitglieder verteilen. Thomas Rhyner war ganz in seinem Element, als er seinen Jahresbericht vorzulesen begann. Ein Raunen ging durch die Reihen. Da stand doch als nächstes Traktandum: „ Kassa- und Revisorenbericht“. Unter wohlwollendem Nicken der Mitglieder wurde dieses darauf einfach einen Punkt nach hinten verschoben…

Jahresbericht
Wie immer kam Präsident Thomas Rhyner bei seinen Ausführungen nochmals auf die letztjährigen Angebote zurück. Mancher dieser Anlässe forderte auch heraus, weil er dem gängigen Klischee zuwiderlief. So war schon beim Mani-Matter-Abend mit Wilfried Meichtry und Gitarrist Lukas Gerber fehl am Platz, wer einfach einen Kratten voller bekannter Lieder erwartet hatte. Doch wer den beiden Männern im Singsaal der Oberstufe auf ihrer Reise durch Matters – kurzes – Leben gefolgt war, ging bereichert nach Hause. Noch etwas mehr wichen Erwartungen und Darbietung auf der gleichen Bühne vermutlich bei Joachim Rittmeyers Programm BLEIBSEL ab, so dass manche der Dagewesenen kopfschüttelnd und etwas ratlos den Singsaal verliessen. Thomas Rhyners Kommentar dazu: „Das ist Kultur. Diese kann an-, auf-, ab- oder auch erregen. Sie lädt zu einer Gedanken- und Gefühlsreise ein.“

Klare Worte zum um sich greifenden Egoismus
Globalisierung und seit einigen Jahren auch Digitalisierung sind die Schlüsselwörter der Herausforderungen unserer Zeit. Hatte Jean-Jacques Rousseau in seinem „contrat social“ noch als Maxime geschrieben: „Das Wohl aller und deren Realisierung muss von allen ausgehen.“, so muss dies heute erneut verteidigt werden. (Im Kasten kann dazu ein Artikel nachgelesen werden.) Thomas Rhyner konstatierte einen zunehmenden Egoismus in der Gesellschaft, welcher sich gerade in Steuerfragen immer wieder zeige, im Augenblick mit der Abstimmungsvorlage zur Abschaffung der Gebühren für die SRG mit den verführerischen Namen NO BILLAG. Auch die Vereinsamung von Menschen, die nur noch über Internet und soziale Medien verbunden seien, mache ihm Sorgen. PCs müssten à jour gehalten werden, blieben aber trotz allem nur Maschinen. „Pflegt das persönliche Beziehungsnetz!“, empfahl er den Mitgliedern. „Auch das muss gewartet werden.“

Am Schluss des geschäftlichen Teils verdankte Rhyner die Arbeit seiner Vorstandsmitglieder und der helfenden Hände hinter den Kulissen. Auch das gehört zur Kultur eines wertschätzenden Miteinanders. Ehrenamtliche Arbeit trägt zum Zusammenhalt der Gesellschaft viel bei, ist unverzichtbar und bekommt dennoch oft wenig Anerkennung.

Programm 2018
Im angefangenen Vereinsjahr sind vier ganz unterschiedliche Veranstaltungen geplant, die aber durch eine programmatische Klammer zusammengehalten werden. Zu Beginn gibt es im Mai ein Konzert in der Alten Gerbi mit einer Zigeunermusik. Und zum Abschluss wird im November eine Ausstellung in der Unterkirche mit Musik und Gästen eröffnet, welche den Mitgliedern die unbekannte Welt der „Radgenossenschaft der Landstrasse“ näherbringen möchte. Im Juni kommt wieder einmal der Schauspieler Volker Ranisch auf die Gerbi-Bühne. Und im September beglückt das Figurentheater von Kathrin Bosshard Menschen, welche schräge Geschichten mögen.

Auch die Donnerstags-Gesellschaft hat Sponsoren
Im vergangenen Vereinsjahr hat ThurKultur mit gut 1‘000.00 Franken einen Beitrag an die Honorarkosten für die verschiedenen Anlässe geleistet, dazu kam ein Beitrag von der Max und Margrith-Heer-Stiftung, auch die Clientis Bank Oberuzwil AG unterstützt den Verein, bezahlte an der diesjährigen HV beispielsweise die Getränkekosten. Mit dieser „Versicherung“ im Hintergrund ist es dem Vorstand möglich, auch einmal teurere Referenten oder Künstlerinnen zu engagieren. Kultur hat einen gesellschaftlichen Wert und regt zum Selberdenken an. Auch das gehört zum sozialen Zusammenhalt.

Ortsmuseum Oberuzwil
Roland Schluchter, Mitglied des Ortsmuseums-Teams, las den Bericht des an der HV-Teilnahme verhinderten Präsidenten Johannes Gunzenreiner über das vergangene Ausstellungsjahr vor. Marianne Burgermeister hat lange Jahre im Team mitgewirkt, über Vergangenes recherchiert und immer wieder spannende neue Ausstellungen angeregt, so beispielsweise über Industriellenfamilien und ihre Pioniere oder über unbekannte Oberuzwiler. Sie war auch ordnende Hand der vielen Objekte des Museums. Man habe sie im Team gebührend verdankt. Auch die Mitglieder schenkten ihr einen dankbaren Applaus für ihre grosse Arbeit im Hintergrund.

Im August kam Hanspeter Hug neu ins Team und kniete sich sofort in die Arbeit. Auch Ueli Gubler bringt sich seit einiger Zeit in die Belange des Ortsmuseums ein, als Bindeglied zwischen Donnerstags-Gesellschaft und Ortsmuseum. Ihn interessieren unter Anderem die teils sprachlich schwer zu erfassenden Flurnamen der Gemeinde.

Geselliges Beisammensein
Nach dem geschäftlichen Teil servierten Mitglieder des Vereins „Gourmet-Häfi“ einen feinen Salatteller, auf welchem auch ein herzhaftes Stück Fleisch zu finden war. Beim Essen wurde Thomas Rhyners Wunsch, sich zu vernetzen, unverzüglich in die Tat umgesetzt. Solche Versammlungen sind wichtige Pfeiler für den guten Zusammenhalt im Dorf, selbst wenn jeweils – wie in jedem Verein - nur ein Teil der Mitglieder diesen jährlichen Höhepunkt im Vereinsleben besucht.


Donnerstags-Gesellschaft Oberuzwil – Homepage

Aktuelle Ausstellung im Ortsmuseum Oberuzwil – im Statthalterhaus gegenüber dem evangelischen Kirchgemeindehaus „Richtstätten in Oberuzwil“

Am den Sonntag vom 11.Februar und 11. März 2018 kann die Ausstellung zwischen 14:00 und 16:00 Uhr nochmals besichtigt werden.


Wer gerne Volksmusik hört, kennt die Sendung POTZMUSIG vermutlich. Für alle Andern gibt es hier einen kleinen Einblick. Die Fust-Buebe werden in der Sendung vom 10. März um 18:45 Uhr – am besten im Programm nachsehen - unter diesem Titel zu sehen und zu hören sein.

Potzmusig mit Nicolas Senn

Die staatstheoretischen Gedanken von Jean-Jacques Rousseau

“Auf der Autobahn“ – von und mit Slavko Avsenik

ThurKultur


<br>Die Fust-Buebe eröffneten den Abend mit Schwung und grosser Spielfreude. An der Trompete ist Franco zu sehen, an der Klarinette Christian,  und auf der Handorgel gibt Erich Fust dem Oberkrainer-Sound die Fülle. Mutter Gabi Fust macht den musikalischen Unterbau auf der Bassgeige.

Die Fust-Buebe eröffneten den Abend mit Schwung und grosser Spielfreude. An der Trompete ist Franco zu sehen, an der Klarinette Christian, und auf der Handorgel gibt Erich Fust dem Oberkrainer-Sound die Fülle. Mutter Gabi Fust macht den musikalischen Unterbau auf der Bassgeige.

<br>Regula Blöchlinger hatte einmal mehr einen ganz besonderen Tischschmuck ausgetüftelt...

Regula Blöchlinger hatte einmal mehr einen ganz besonderen Tischschmuck ausgetüftelt...

<br>...mit in Schwarz gehaltenen Scherenschnitten von Susanne Schläpfer. Genaueres Hinsehen lohnte sich da wirklich, denn eine ganze bäuerliche Welt war zu sehen.

...mit in Schwarz gehaltenen Scherenschnitten von Susanne Schläpfer. Genaueres Hinsehen lohnte sich da wirklich, denn eine ganze bäuerliche Welt war zu sehen.

<br>Es gibt nicht wenige Mitglieder, welcher vor allem wegen Präsident Thomas Rhyners persönlichen Überlegungen an die HV kommen...

Es gibt nicht wenige Mitglieder, welcher vor allem wegen Präsident Thomas Rhyners persönlichen Überlegungen an die HV kommen...

<br>Kassier Adrian Müller hatte Erfreuliches über das Vereinsjahr 2017 zu berichten, gab es doch einen Gewinn.

Kassier Adrian Müller hatte Erfreuliches über das Vereinsjahr 2017 zu berichten, gab es doch einen Gewinn.

<br>Revisor Franz Odoni fand kein Haar in der Suppe der Kasse, sondern dankte dem Kassier sowie dem ganzen Vorstand für ihre Arbeit. Mit grossem Applaus untermauerten die Mitglieder diese Aussagen.

Revisor Franz Odoni fand kein Haar in der Suppe der Kasse, sondern dankte dem Kassier sowie dem ganzen Vorstand für ihre Arbeit. Mit grossem Applaus untermauerten die Mitglieder diese Aussagen.

<br>Ueli Gubler wirkt sowohl im Vorstand der Donnerstags-Gesellschaft als auch im Team des Ortsmuseums mit.

Ueli Gubler wirkt sowohl im Vorstand der Donnerstags-Gesellschaft als auch im Team des Ortsmuseums mit.

<br>Roland Schluchter las den Rückblick von Johannes Gunzenreiner über die Aktivitäten des Ortsmuseums im vergangenen Vereinsjahr vor.

Roland Schluchter las den Rückblick von Johannes Gunzenreiner über die Aktivitäten des Ortsmuseums im vergangenen Vereinsjahr vor.

<br>Einmal mehr verwöhnten Frauen und Männer des Gourmet-Häfi-Teams nach dem geschäftlichen Teil die Mitglieder.

Einmal mehr verwöhnten Frauen und Männer des Gourmet-Häfi-Teams nach dem geschäftlichen Teil die Mitglieder.