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Oberuzwil: 25.01.2018
Der Unterricht an den Oberuzwiler Schulen wird auf allen Stufen integrativ gestaltet. Die Schulen Oberuzwil haben zu wenig Schülerinnen und Schüler, um eigene Kleinklassen zu führen.
Der Unterricht an den Oberuzwiler Schulen wird auf allen Stufen integrativ gestaltet. Die Schulen Oberuzwil haben zu wenig Schülerinnen und Schüler, um eigene Kleinklassen zu führen.

Oberuzwil: Unterwegs zur neuen Schulordnung
«Die Schulratspräsidentin oder der Schulratspräsident ist Vorsitzende oder Vorsitzender des Schulrates»
gk
Auf Antrag des Schulrates und der eingesetzten Arbeitsgruppe hat der Gemeinderat eine neue Schulordnung verabschiedet. Diese wird dem fakultativen Referendum unterstellt, wenn der II. Nachtrag zur Gemeindeordnung, über den an der Bürgerversammlung vom 27. März 2018 zu befinden sein wird, rechtskräftig ist.

Gemeindeordnung und Schulordnung stehen in einem direkten Zusammenhang. Die rechtlichen Grundlagen wurden so aktualisiert, dass diese einerseits den Anliegen aus der Bevölkerung zur Führung der Schulen und andererseits übergeordnetem Recht entsprechen. Die Arbeitsgruppe hat intensiv über die an der Bürgerversammlung 2016 und an der Informationsveranstaltung vorgebrachten Voten sowie die im Rahmen der Vernehmlassung eingegangenen Anliegen beraten. In zahlreichen Gesprächen mit Einzelpersonen und Gruppierungen konnten die Fragen und Anträge klar beantwortet werden.

Richtige Zuständigkeiten
Mit dem Wechsel zur Einheitsgemeinde im Jahr 2001 hat der Schulrat eine neue Rolle erhalten. Der Schulrat ist in Einheitsgemeinden nicht oberstes kommunales Leitungs- und Vollzugsorgan, wie dies für den Schulrat einer Schulgemeinde zutrifft. Die unmittelbare Führung der Schule wird in Oberuzwil aufgeteilt zwischen dem Schulrat und der Leitung Volksschule.

Der Schulrat steuert die langfristige und strategische Entwicklung der Schule und hat in allen strategischen Entscheiden die Federführung, unabhängig von der zeitlichen Dimension. Für die Finanzen der Schulen in Einheitsgemeinden ist der Gemeinderat zuständig. Der Schulrat stellt in Schulangelegenheiten, für welche die Bürgerschaft zuständig ist – zum Beispiel beim Budget – dem Gemeinderat Antrag. In den Gesprächen konnte geklärt werden, wie das Antragsrecht zu verstehen ist.

Starkes Schulratspräsidium
«Die Schulratspräsidentin oder der Schulratspräsident ist Vorsitzende oder Vorsitzender des Schulrates. Sie oder er vertritt den Schulrat und dessen Geschäfte im Gemeinderat», heisst es in der neuen Schulordnung. Diese Aufgabe, den Schulrat im Gemeinderat zu vertreten bedeutet eine grosse Verantwortung, die es entsprechend wahrzunehmen gilt. Mit der Volkswahl des Schulratspräsidiums direkt ins Amt und der Unterstellung der Leitung Volksschule wird diesem Umstand Rechnung getragen. Damit hat der Schulrat ein grosses Gewicht im Gemeinderat.

Leitung Volksschule operativ tätig
Der Gemeinderat begründet und beendet – unter Mitwirkung des Schulratspräsidiums – das Arbeitsverhältnis der Leiterin oder des Leiters Volksschule. Der Schulrat genehmigt die Stellenbeschreibung und legt die Stellvertretung fest. Ein Anliegen, wonach der Schulrat den Wahlantrag der Leitung Volksschule stellen sollte, blendet die enge Zusammenarbeit zwischen der schulischen Führungsfunktion und dem Gemeinderat sowie auch der Verwaltung zu stark aus. Gemeinderat und Arbeitsgruppe sind sich einig, dass eine offene Formulierung richtig ist, die es zulässt, dass fallweise oder bei jeder Neubesetzung eine gemischte Findungsgruppe eingesetzt werden kann. Ein Antragsrecht des Schulrates würde dem Pflichtenheft der Leitung Volksschule nicht gerecht, zumal sie insbesondere operativ tätig und Teil der Verwaltung ist.

Pragmatismus und Flexibilität
Der Unterricht wird auf allen Stufen integrativ gestaltet. Die Schulen Oberuzwil haben zu wenig Schülerinnen und Schüler, um eigene Kleinklassen zu führen, mit Ausnahme des Lernschlosses. Die Schulführung entscheidet bei Einzelfällen – auf Empfehlung des Schulpsychologischen Dienstes – über die separative oder integrative Beschulung. Falls nötig, werden Schülerinnen und Schüler in den Nachbargemeinden in einer Kleinklasse oder Integrationsklasse beschult.

Das Bildungsdepartement hat die Gemeinde im Rahmen der Vorprüfung der Schulordnung explizit darauf hingewiesen, dass der Schulträger festlegen muss, ob die Oberstufe mit oder ohne Niveaugruppen geführt wird. In der Schulordnung wird deshalb die aktuelle Situation festgehalten, wonach die Oberstufe ohne Niveaugruppen geführt wird. Die Situation wird vom Schulrat regelmässig geprüft. Die Regierung hat kürzlich zuhanden des Kantonsrates eine Botschaft bzw. Gesetzesänderungen zur Oberstufen-Revision verabschiedet; dabei geht es unter anderem auch um den Unterricht in Niveaugruppen. Die Schulordnung kann bei Bedarf jederzeit angepasst werden.

Bürgerschaft zuständig
Gemeinderat und Schulrat stehen geschlossen hinter der neuen Schulordnung und hinter dem II. Nachtrag zur Gemeindeordnung. Während die Änderung der Gemeindeordnung der Zustimmung durch die Bürgerversammlung bedarf, untersteht die neue Schulordnung dem fakultativen Referendum. Das Verfahren kann eingeleitet werden, sobald die Zustimmungen der Bürgerschaft und des Kantons zur Gemeindeordnung vorliegen. Ziel ist es, die beiden Erlasse spätestens per 1. Januar 2019 in Kraft zu setzen.
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Neujahrsapéro der Schulen
Anstossen, Beisammensein und geniessen – zum Neujahrsapéro trafen sich auf Einladung der Schulverwaltung rund 120 Lehrpersonen aller Stufen, Behördenmitglieder und das Hauswartpersonal im Feuerwehrdepot Oberuzwil.

Der traditionelle, gemütliche Anlass der Schulen Oberuzwil stand unter dem Motto «Was wir heute tun, skizziert das Gemälde von Morgen». Musikalisch wurde der Abend gekonnt umrahmt von den beiden Oberstufenschülerinnen Pam Bischof und Anna Schadegg unter der Leitung der Musiklehrerin Enid Becirovic am E-Piano und unterstützt von Ivo Münger am Schlagzeug.

Dank, Rück- und Ausblick
Schulratspräsident Roland Waltert begrüsste die Lehrpersonen und Gäste, unter ihnen auch der neugewählte Gemeinderat Patrick Schätti, der sich bei dieser Gelegenheit kurz vorstellte. In einem Rückblick hob der Schulratspräsident die Einführung des neuen Lehrplans hervor und bedankte sich bei allen für den Einsatz und den Elan bei der Umsetzung. Auch würdigte er die Sanierung des Hallenbads als Meilenstein für die Schulen.

Als Ziele für 2018 nannte er die Genehmigung und Inkraftsetzung der revidierten Gemeindeordnung und der neuen Schulordnung sowie den Anbau an Haus 4 in der Schulanlage Breite. Aber auch das Gemeindeduell mit Jonschwil unter dem Titel «oberUZWILbewegt» und die Jugendsolarwoche der Oberstufe mit dem Bau einer Solaranlage auf dem Dach des Oberstufenzentrums werfen bereits ihre Schatten voraus.

Neu im Schulrat
Mit der Wahl von Michel Müglich ist der Schulrat seit 1. August 2017 wieder vollständig. Gallus Rieger, Leiter Volksschule, interviewte das neue Schulratsmitglied. Seine spontanen, erfrischenden und motivierten Antworten kamen beim Publikum gut an. Der in Bichwil wohnhafte Michel Müglich verweis auf seine persönlichen Erfahrungen als Familienvater und auf seinen beruflichen Werdegang sowie seine Kaderfunktion in der Privatwirtschaft. Er äusserte eindrücklich seine Erwartung an die Schulen, in der Öffentlichkeit präsent zu sein und ihr Wirken sichtbar zu machen – auch für Steuerzahler ohne direkten Bezug zur Schule.

Gradmesser für Schulqualität
Gallus Rieger hielt fest, dass grosse Projekte Zeit zum Reifen brauchen und gemeinsam getragen werden müssen. Gelungene Beispiele sind der Lehrplan, das lokale Förderkonzept, das Medienbildungskonzept sowie die Gemeinde- und Schulordnung. Die im letzten Jahr vom Schulrat und Gemeinderat genehmigte Strategie der Schulen Oberuzwil lasse Schulentwicklung zu und fordere diese mit Blick auf die Gesundheit des Personals ein, denn Unterrichten ist Beziehungsarbeit, bei der das Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden als Gradmesser für Schulqualität gelten. Gallus Rieger dankte allen Beteiligten für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Mit besten Wünschen und angeregten Gesprächen wurde auf das Jahr 2018 angestossen.

WEITERE THEMEN
Fitness for Kids

Sorgen um das Versanden der guten Vorsätze für das neue Jahr müssen sich die Zweit-, Dritt- und Viertklässler von Sandy Ruben, Victoria von Heeren und Helena Castiglione eher nicht machen. Sie haben sich schon vor dem Jahresende mit Fitness und gesunder Ernährung beschäftigt, wie die Helena Castiglione berichtet.

«Im Rahmen des Programms «Fitness for Kids» besuchten zwei Powerfrauen unsere Primarschule. Über fünfzig Schülerinnen und Schüler versammelten sich zum Kick-Off-Event in der MZA Breite, neugierig und gespannt, was sie wohl erwarten würde. Schnell war klar, dass die bunte Truppe zuerst einmal zu einer Einheit verschmelzen musste. Dafür erhielt jedes Kind das passende Outfit in Form eines «Fitness for Kids»-T-Shirts in leuchtendem Blau.

Nach einem kurzen Aufwärmen der Muskeln, wurden schon die wichtigsten Moves für den Tanz eingeübt. Die Kinder waren mit Eifer dabei und konnten es kaum erwarten, bis sie sich zur Musik bewegen konnten. Dank Sévérine Studer, der «Fitness for Kids»-Botschafterin, Tänzerin und Choreographin in DJ-Bobo’s Team, klappte es fast profimässig. Nach einer Pause mit einem kleinen Snack, Äpfeln und Wasser, folgte im Foyer etwas Theorie zur gesunden Ernährung. Die Kinder wurden motiviert, in den folgenden fünf Wochen darauf zu achten, wie lange und wie häufig sie sich aktiv bewegten, was sie Gesundes zu sich nehmen und ob auch genügend ungesüsste Getränke dabei sind. Dafür erhielten sie ein Booklet mit Informationen und eine Tabelle, in der alles eingetragen werden sollte.

Mit dem Führen des Tagebuchs nahmen es nicht alle Kinder so genau. Trotzdem stellte sich beim Check-up-Event heraus, dass sich die Oberuzwiler Schülerinnen und Schüler gerne und häufig bewegen und viele auch auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung achten. Den Eltern sei Dank! Natürlich wurde auch am zweiten Event wieder cool getanzt. Vielleicht sogar noch etwas mutiger als beim ersten Mal. Jedenfalls ging am Mittag eine fröhliche Schar nach Hause. Das blaue T-Shirt lässt sich seither öfters in der Turnstunde blicken und der blaue «Fitness for Kids»-Beutel, den es am Schluss als Geschenk gab, wird bestimmt manches Kind wieder an die zwei tollen Anlässe erinnern.»

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Ab ins Internet
Mit Medienkursen wurden alle Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klasse von November bis Januar für einen verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit digitalen Medien durch externe Kursleiterinnen und Kursleiter sensibilisiert.

Der erste Kontakt mit digitalen Medien findet früh statt und nimmt im Alter von zehn Jahren sprunghaft zu. Deshalb sind Prävention und Aufklärung bereits in der Mittelstufe wichtig. Die Medienkurse orientieren sich am neuen Lehrplan und dienen als Basis für die klassenspezifische Vertiefung.

Chatten, liken, posten
Zum Thema «Ab ins Internet» haben die 3./4. Klass-Schülerinnen und Schüler gelernt, was das Internet ist und wie sie darin sinnvoll Informationen suchen können. Auch machten sie erste Erfahrungen beim Publizieren eigener Inhalte. Zu den Themen «Chatten–Liken–Posten» setzten sich die Schülerinnen und Schüler der 5./6. Klassen mit ihrer eigenen Präsenz im Netz auseinander. Ob in sozialen Netzwerken, Gruppenchats oder beim Verwerten von Bildern und weiteren Quellen: Fairness und Regeln gelten auch im Internet.

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Abo-Unterricht
Die aktive Musizierzeit mit dem Besuch von Musikunterricht muss mit dem Ende der obligatorischen Schulzeit nicht abgeschlossen sein. Für Jugendliche und Erwachsene bietet die Musikschule den Abo-Unterricht an.

Seit der Einführung des Abo-Unterrichtes haben fast 40 Jugendliche oder Erwachsene über kürzere oder längere Zeit ein Abonnement gelöst. Mit Guthaben von 300 oder 600 Minuten kann der Unterricht in Absprache mit der Musiklehrperson flexibel besucht werden. Möglich ist ebenfalls der weitere Besuch eines Ensembles nach der obligatorischen Schulzeit. Der Abo-Unterricht eignet sich auch für Erwachsene, die den früheren Musikunterricht auffrischen und erweitern möchten. Interessierten bietet der Abo-Unterricht flexible Möglichkeiten, auch bei Erwerbstätigkeit oder im Pensionsalter Musikunterricht zu besuchen.

Vielseitiger Nutzen
Ein Instrument erlernen oder aktives Musizieren fördert die Konzentration und schult die Koordination von geistigen und motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Das gemeinsame Musizieren und Auftreten macht Musizierenden und Zuhörenden Freude und schafft soziale Kontakte.
Mehr Infos unter www.schulen-oberuzwil.ch, Rubrik Musikschule.

Musikalisch wurde der Neujahrsapéro an den Schulen gekonnt umrahmt von den beiden Oberstufenschülerinnen Pam Bischof und Anna Schadegg.
Musikalisch wurde der Neujahrsapéro an den Schulen gekonnt umrahmt von den beiden Oberstufenschülerinnen Pam Bischof und Anna Schadegg.

«Im Rahmen des Programms «Fitness for Kids» besuchten zwei Powerfrauen unsere Primarschule. Über fünfzig Schülerinnen und Schüler versammelten sich zum Kick-Off-Event in der MZA Breite.
«Im Rahmen des Programms «Fitness for Kids» besuchten zwei Powerfrauen unsere Primarschule. Über fünfzig Schülerinnen und Schüler versammelten sich zum Kick-Off-Event in der MZA Breite.

Mit Medienkursen wurden alle Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klasse für einen verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit digitalen Medien sensibilisiert.
Mit Medienkursen wurden alle Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klasse für einen verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit digitalen Medien sensibilisiert.