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Zuzwil: 25.01.2018
Sie informierten zu landwirtschaftlichen Themen. v.l. Urs Berweger, UFA-Futterprodukte. Ueli Kellenberger, Geschäftsleiter Landi Zuzwil und Albert Baumannn, Unternehmensleiter Micarna.
Sie informierten zu landwirtschaftlichen Themen. v.l. Urs Berweger, UFA-Futterprodukte. Ueli Kellenberger, Geschäftsleiter Landi Zuzwil und Albert Baumannn, Unternehmensleiter Micarna.

Micarna richtet sich verstärkt auf regionale Aspekte aus
Die Micarna will die nachhaltigste Produzentin von Fleischprodukten werden.
Niklaus Jung
Der traditionelle Landwirtschaftsabend der Landi Thur AG in Zuzwil nimmt sich alljährlich Entwicklungen im landwirtschaftlichen Bereich an. Nach den Informationen aus dem Futterbereich seitens UFA-Berater Urs Berweger stellte Albert Baumann, Unternehmensleiter von Micarna, die Zielsetzungen im Schlachttierbereich vor. Auch wenn sie sich vorrangig auf die Kundenbedürfnisse ausrichteten, wollten sie den Grundgedanken des Migros-Gründers Gottlieb Duttweiler treu bleiben. Tiergerechte Produktion und kurze Transportwege stehen im Vordergrund.

Landi Geschäftsleiter Ueli Kellenberger konnte am Montagabend in den Ladenräumlichkeiten der Landi Zuzwil einmal mehr eine grosse Zahl Landwirte zum Informationsabend begrüssen. Mit den regelmässigen Informationen gelingt der Landi ein hohes Mass an Kundennähe. Albert Baumann von Micarna erreichte hohe Aufmerksamkeit bei den Zuhörern zu seinen Informationen aus dem Schlachttierbereich.

UFA ist gut aufgestellt
Urs Berweger von der UFA erinnerte zu Beginn seiner Ausführungen an das Motto von UFA: „Herkunft gibt Zukunft“. Das 60-Jahrjubiläum von UFA lasse auf eine ereignisreiche Zeit zurück blicken. Highlights seien die Eröffnung des Werks Biblis und die Erneuerung des Futterwerks St. Margrethen. Zu den Erfolgsfaktoren gehöre sicher die Einführung des Expandor mit kurzfristiger Erhitzung des Futters zur Qualitätsverbesserung. Für bessere Aufnahme bei den Kühen habe der Mineralstoffzusatz „Minex“ gesorgt.

Bei den Produkten bestehe bei Soja eine starke Nachfrage. Der Zollansatz habe zu einer Verteuerung geführt. Noch immer mache der Euro zu schaffen, was mittelfristig zu einem Aufschlag der Mischfutterpreise führen werde. UFA werde im Jubiläumsjahr auch mit einigen Aktionen aufwarten. Berweger lud die Anwesenden ein, die Ausstellung „Tier und Technik“ in St.Gallen zu besuchen, welche vom 25. bis 28. Februar stattfindet.

Den Kundenwünschen nachsinnen
Albert Baumann von Micarna stellte eingangs seiner Ausführungen fest, dass aktuelle und zukünftige Wünsche der Kunden zu beachten seien, um frühzeitig die Produktionen darauf einzustellen. Allerdings wollten sie den eingeschlagenen Weg von Gottlieb Duttweiler nicht verlassen. Micarna sei bekanntlich in die Migros eingebunden. Die Leistung von Micarna bestehe aus Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier. Micarna sei auch auf internationaler Ebene aktiv, von USA, Deutschland, Italien und auch Japan. Micarna, 1958 gegründet, beschäftige schweizweit über 3'000 Mitarbeitende und mache rund 1,6 Mia. Franken Umsatz. Auch beschäftigten sie 139 Lernende.

In Umfragen bei den Konsumenten stehe die Produktion in der Region an erster Stelle. Gesundheit und Markenqualität seien weitere Anforderungen. Betriebswirtschaftlich sei deren Erfüllung in der kleinen Schweiz eine grosse Herausforderung. Je nach Region stehe der Fleischkonsum, andernorts mehr Vegetarier und Veganer im Vordergrund. Das Tierwohl (Tierschutz) nehme einen hohen Stellenwert ein. Der Fokus werde auf Labeltiere wie „Terra Suisse Bio“ gelegt. Micarna wolle nachhaltigste Produzentin werden.

Baumann wies weiter auf neue Kundenwünsche hin. Unter dem Label „Swiss Gourmet Porc“ bieten sie 18 Monate gereiftes Fleisch für den Gastrobereich an. Für die junge Generation hätten sie „Chicky“, getrocknete Pouletstücke, entwickelt. Auch dem Insektenbereich wollten sie sich nicht verschliessen und prüften verschiedene Einsatzmöglichkeiten als Eiweissquelle. Insekten könnten für menschliche wie auch tierische Ernährung Einsatz finden.

Antibiotikaeinsatz minimieren
Der Einsatz von Antibiotika müsse auf Grund zunehmender Restanzen zurück gefahren werden. Mit dem Schweine-Plus Gesundheitsprogramm wollten sie neue Wege beschreiten, um Antibiotika nur im Krankheitsfall eines Tieres einzusetzen und nicht einfach vorbeugend.

Micarna befasse sich laufend mit Einsatz neuer Technologien. Baumann erinnerte an die erste Fliessbandschlachtung im Jahr 1870. Der Elektronik sei als dritte industrielle Revolution zum Einsatz gekommen. Nun sei die vierte industrielle Revolution angelaufen, indem Geräte mit Geräten kommunizierten. Der Drohneneinsatz im Produktionsbereich sei bereits Tatsache. In Vitro-Fleisch, wo keine Tiere mehr sterben müssten, sei weiterer Zukunftszweig.

Geflügel erhält zusätzliche Bedeutung
Die zunehmende Zahl Menschen verschiedener Nationen und Religionen rufe nach religionsneutralem Fleisch, was man am besten mit Geflügel erreiche. So sei der Aufbau eines Schlachthofes in der Ostschweiz in Prüfung. Das Huhn sei bezüglich Nachhaltigkeit überaus vorteilhaft. Neben der Fleischverwertung könnten die Federn zu Mehl verarbeitet werden bis zur Papierherstellung. Die Innereien könnten in der Biogasanlage den Kreislauf schliessen. Es könne soweit entwickelt werden, dass Geflügel energieneutral produziert werden kann.

Abschliessend hielt Baumann fest, das die Wertschöpfung in der Schweiz überaus gross sei ob der hervorragenden Qualität, weltweit anerkannt. Die Profilierung zeige sich insbesondere mit „Terra Suisse“. Es werde die Zeit kommen, wo die Herkunft des Fleisches bis zum Landwirt rückverfolgbar sei.

Problem sind Baubewilligungen
In der Fragerunde wurde kritisiert, dass nicht die Produktion das Problem sei, sondern die nur schwierig erreichbaren Baubewilligungen. Bekanntlich wird angestrebt, Geflügel im Landwirtschaftsbereich zu produzieren und nicht in Industriehallen.

Zu den Micarnaproduktionen im Ausland wies Baumann darauf hin, dass sie die Anforderung des Schweizer Tierschutzes beachteten.
Landi Geschäftsleiter Ueli Kellenberger gibt sich erfreut über den guten Besuch seitens der Landwirte.<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
Landi Geschäftsleiter Ueli Kellenberger gibt sich erfreut über den guten Besuch seitens der Landwirte.
















UFA Berater Urs Berweger: "Dank laufenden Entwicklungen im Futterbereich sind wir für die Zukunft gut aufgestellt".<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>
UFA Berater Urs Berweger: "Dank laufenden Entwicklungen im Futterbereich sind wir für die Zukunft gut aufgestellt".

















Albert Baumann, Unternehmensleiter Micarna: "Auch heute halten wir an den Grundgedanken von Gottlieb Duttweiler fest".
Albert Baumann, Unternehmensleiter Micarna: "Auch heute halten wir an den Grundgedanken von Gottlieb Duttweiler fest".

Die Information zu landwirtschaftlichen Entwicklungen wie auch der Austausch untereinander nimmt bei den Landwirten einen hohen Stellenwert ein.
Die Information zu landwirtschaftlichen Entwicklungen wie auch der Austausch untereinander nimmt bei den Landwirten einen hohen Stellenwert ein.

Der Expander für die kurzzeitige Erhitzung der Futterprodukte sorgt für bessere Verträglichkeit bei den Tieren.
Der Expander für die kurzzeitige Erhitzung der Futterprodukte sorgt für bessere Verträglichkeit bei den Tieren.

Mit den schweizweit verteilten vier Mischfutterwerken sieht sich die UFA gut aufgestellt.
Mit den schweizweit verteilten vier Mischfutterwerken sieht sich die UFA gut aufgestellt.

Trotz hohen Schlachtzahlen achtet man bei Micarna auf die Einhaltung des regionalen Bezugs, nicht zuletzt für kurze Transportwege.
Trotz hohen Schlachtzahlen achtet man bei Micarna auf die Einhaltung des regionalen Bezugs, nicht zuletzt für kurze Transportwege.

Bei Micarna befasst man sich ebenso mit alternativen Proteinquellen im Bereich Insekten, vorrangig eher für den Einsatz tierischer Ernährung.
Bei Micarna befasst man sich ebenso mit alternativen Proteinquellen im Bereich Insekten, vorrangig eher für den Einsatz tierischer Ernährung.

Mit einem Landi-Kistli verabschiedete Kellenberger die Referenten.
Mit einem Landi-Kistli verabschiedete Kellenberger die Referenten.

Die Adlerküche sorgte für den schmackhaften Imbiss im Anschluss an die Referate.
Die Adlerküche sorgte für den schmackhaften Imbiss im Anschluss an die Referate.