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Flawil/Gossau/Degersheim: 06.02.2018
Die Abwasserreinigungsanlage der drei Gemeinden Flawil, Degersheim und Gossau benötigt eine dritte Reiniungsstufe.
Die Abwasserreinigungsanlage der drei Gemeinden Flawil, Degersheim und Gossau benötigt eine dritte Reiniungsstufe.

Kritische und interessierte Bürger folgten den interessanten Ausführungen der Referenten.
Kritische und interessierte Bürger folgten den interessanten Ausführungen der Referenten.

Es braucht eine biologischen Reinigungsstufe
Neben dem Bau eiener EMV-Stufe (Elimination Mikroverunreinigungen) ist eine Erweiterung der Anlage vorgesehen.
Franz Wismer
Um das Projekt Erweiterung der ARA Oberglatt umzusetzen, ist die Zustimmung aller drei Verbandsgemeinden erforderlich. Am Montag, 5. Februar 2018 wurde eine Orientierungsversammlung im Flawiler Lindensaal mit dem detaillierten Gutachten durchgeführt.

Der Anlass bot der Bevölkerung der drei Gemeinden Gelegenheit, Fragen zum Projekt zu stellen.


Die Kapazitätsgrenze der ARA ist erreicht
Die Gemeinden Flawil, Degersheim und Gossau betreiben gemeinsam (AVGDG) die Abwasser-reinigungsanlage (ARA) Oberglatt in Flawil. Die Stimmberechtigten werden am 4. März bzw. am 26. März über die notwendigen Investitionskosten von knapp 20 Millionen abstimmen. Elmar Metzger, der Gemeindepräsident und Präsident des AVFDG führte durch die Versammlung, welche kaum eine Stunde dauerte.


Elmar Metzger begrüsste die Einwohnerfraktionen aus Flawil, Degersheim und Gossau im Lindensaal, um nicht ohne Stolz einige Worte für die erstmaligen Besucher dieses schönen Bauwerkes zu verlieren. Der Gemeindepräsident erklärte, dass es sich bei der Erweiterung der Kläranlage mehr um eine Pflicht als um eine Kür handle. Ja, alle drei Gemeinden des Verbandes sind in diese Pflicht genommen, vorausschauend zu Planen und zu Realisieren. Für die Beantwortung von allfälligen komplizierten Fachfragen waren Vertreter des Kantons anwesend.


Erweiterung und gesetzliche Vorgaben erfüllen
Projektleiter Fritz Wüthrich erklärte zusammengefasst, unterstützt von verschiedenen auf die Leinwand projizierten Folien die Evaluation mit Pulver Aktivkohle, die Zielsetzungen mit der erweiterten Anlage. Es gebe in in Herisau bereits eine solche Anlage, die mit Pulver Aktivkohle mit gutem Erfolg arbeite.


Nach Wüthrich muss erstens die biologische Reinigungsstufe erweitert werden, zweitens sind die gesetzlichen Anforderungen an den Gewässerschutz gestiegen (GSchG, SR 814.20 u. GSchV, SR 814.201). Die Verbandsgemeinden planen mit einem Zeithorizont von 30 Jahren. Die Übergangsfrist der Bundesgesetzgebung verlangt bis im Jahr 2040 einen angepassten Ausbau der Anlage. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die EMV-Stufe in jeder grösseren ARA zu realisieren. EMV = Elimination der Mikroverunreinigungen.


Drei Gemeinden in der Pflicht
Die EMV-Stufe funktioniert in Herisau einwandfrei und die Gewässer können im Durchschnitt bis zu 80 Prozent gereinigt werden. Seit sie im Betrieb ist und gewisse Produktionsschritte der Cilander AG nach Herisau verlegt wurden, sind Schaumteppiche selten oder nie zu beobachten. Ein Vielzahl von Substanzen, wie z.B. Medikamente, Lebensmittelzusätze, Kosmetikazusätze oder schwer abbaubare Reinigungsmittel gelangen heute in die Gewässer. Die ARA kann diese Stoffe z.Zt. schlecht entfernen. Mit der Erweiterung einer biologischen Reinigungsstufe können künftig Revisionsarbeiten und Beckenspülungen terminiert und ohne Zeitdruck erledigt werden.


Netto kosten die Erweiterung der ARA den Bürger in Flawil 3,5 , in Degersheim 1,24 und in Gossau 5,87 Millionen Franken. Die 75 Prozent, die der Bund subventioniert, können aber erst abgeholt werden, wenn die Bürgerschaft der drei Gemeinden über den Bruttokredit von 19,95 Millionen Franken zugestimmt haben.


Die einzelnen Fragen der Anwesenden wurden ausreichend beantwortet, so dass die Vizepräsidentin des AVFDG, Gabi Krapf mit dem Schlusswort die Versammlung beenden konnte. Zu hoffen ist, das die Bürgerschaft die Weitsicht der Exekutiven zu schätzen weiss und dem Bruttokredit zustimmen wird.
Elmar Metzger, Präsident des AVFDG führte durch die Orientierungsversammlung.
Elmar Metzger, Präsident des AVFDG führte durch die Orientierungsversammlung.

Fritz Wüthrich, der Projektleiter, vermochte vor allem die technischen Details zu übermitteln.
Fritz Wüthrich, der Projektleiter, vermochte vor allem die technischen Details zu übermitteln.

Reto Gnägi, der Geschäftsführer des AVFDG mit den Kosten und Terminen für den Ausbau.
Reto Gnägi, der Geschäftsführer des AVFDG mit den Kosten und Terminen für den Ausbau.

Monika Scherrer, Gemeindepräsidentin u. Mitglied des AVFDG setzt sich engagiert für die Erweiterung ein.
Monika Scherrer, Gemeindepräsidentin u. Mitglied des AVFDG setzt sich engagiert für die Erweiterung ein.

Die Kernprobleme, die eine EMV-Stufe notwendig machen.<br>
Die Kernprobleme, die eine EMV-Stufe notwendig machen.


Dieses Biotop soll verkleinert und verlegt werden, damit die neue EMV-Stufe sowie die Erweiterung der biologischen Reinigungsstufe gebaut werden können.<br>
Dieses Biotop soll verkleinert und verlegt werden, damit die neue EMV-Stufe sowie die Erweiterung der biologischen Reinigungsstufe gebaut werden können.