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Wil: 08.02.2018
Die Absetzung der Stadtregierung ist in vollem Gange.
Die Absetzung der Stadtregierung ist in vollem Gange.

"Sag es mit Blumen", einvernehmliche Entlassung der Stadtregierung.
"Sag es mit Blumen", einvernehmliche Entlassung der Stadtregierung.

Die Stadtregierung in Narrenhand
Gewaltlos sollte die Absetzung der Stadtregierung erfolgen, mit Tulpensträussen trabte das Prinzenpaar auf.
Niklaus Jung
Der närrische Umsturz bei der Stadtregierung am Gümpelimittwoch gehört alljährlich zum Auftakt der Wiler Strassenfastnacht. Prinz Adrian I und Prinzessin Jeannette I stürmten mit den Mitgliedern der Tüfelsgilde und den Fanfaren, zusammen mit dem FGW-Trott das Rathaus. Das Prinzenpaar genoss die Übergabe des Zepters durch die Stadtpräsidentin sichtlich. Den Moment des Regierungswechsels nutzen Stadtpräsidentin und Prinz für mit Humor gespickte Sprüche. Das Bettendebakel im Turm war für die FGW eine besondere Einlage wert an die Adresse von Stadtrat Daniel Stutz.

Die närrischen Tage sorgen auch in der Stadt Wil für Gelegenheiten, das Undenkbare und Unmögliche für ein paar Tage möglich zu machen und bis ins Letzte zu geniessen. Dazu gehört traditionell der Sturm auf das Rathaus mit der Absetzung der Stadtregierung und der Übernahme durch die Monarchen, das Prinzenpaar Adrian und Jeanette. Das Ganze hat System. Gleich anschliessend treten die neuen Herrscher im Hofkeller erstmals öffentlich auf. Zur Eröffnung der Strassenfastnacht zu späterer Stunde erhält auch das gemeine Volk die neue Regentschaft vorgestellt. (siehe separater Bericht)

Abtritt ohne Widerstand
Der Sturm auf das Rathaus mit dem lautstarken Auftritt der Tüfelsgilde und den Fanfaren liess bei den Mitgliedern des Stadtrates jeden Widerstand auffliegen. Die Verabschiedung des Stadtrates nutzte Stadtpräsidentin für ein paar mit Humor gespickte Verse an die Adresse ihrer Ratsmitglieder.

So sei der Stadtschreiber eher als heimlicher Uster-Wichtli bekannt, weil er Neues immer nach dem Muster von Uster ausprobieren wolle. Wil wolle nicht plötzlich auf Zürcher Gewohnheiten stehen.

Stadtrat Daniel Stutz stehe auf sein Bier. Weil seine Stelle für das BUV im Parlament nicht bewilligt, dürfe er auch einmal zwei drei Bierli nehmen. Die Gerüchteküche sei allerdings nicht allein bei Dani präsent, das bekomme auch sie als Stadtpräsidentin zu spüren.

Mit dem Wohnort sei es halt so eine Sache. Für sich hielt Hartmann fest, dass es zu mühsam wäre, angeblich täglich von Zürich nach Wil zu pendeln, ihr Wohnsitz sei Wil. Allerdings wohnten unterdessen gleich drei Stadträte nicht mehr in Wil, aber mit Bronschhofen und Rossrüti doch zu Wil gehörend.

Das Schicksal Bauen habe Stadtrat Daniel Meili in eine 2,5-Zimmerwohnung verbannt. Erbarmen brauche er allerdings nicht, weil es nicht für immer so bleibe.

Wie Tiere habe auch der Stadtrat seine Feinde. Der Parlamentsort Tonhalle sei öfters voller Mienen, dem Stadtrat das Leben schwer zu machen, natürlich alles geschätzte Demokratie. Dem Stadtrat die Stellenpensen zu kürzen, dürften gemäss Parlament Berater eingesetzt werden, dem Stadtrat selber aber verboten. Der Stadtrat werde sicher bald effizient, wie der Hamster der im Hamsterrad umher rennt.

Auch Schulpräsidentin Jutta Röösli habe nicht allen Eltern Freude bereitet, dass nicht alle Kinder kleine Einsteins seien. Die Schule mache nicht jedes Kind gescheit. Der eingesetzte Papiertiger werde bald in jeder Klasse allen Schülern einen Sechser verpassen. Das Elterntaxi durfte nicht vergessen gehen, die Zeiten des Heilaufen seien schliesslich vorbei. Zur veränderten Esskultur habe Jutta nach Kritik zum Mittagstisch auf eigene Faust reagiert und züchte nun selber Fische im Stadtweier.

Den Wiler Kindern schaue auch Stadtrat Dario Sulzer auf seine Art. Besonders die Mütter seien vom Wiler Cedric Wehrmuth entzückt. Nicht allein für 24-Stunden-Kita ist Sulzer zu haben, auch für das Häxe-Hus zeige er Toleranz.

Blumige Übernahme durch das Prinzenpaar
Von Vertreiben der Stadtregierung konnte zur Übernahme durch das Prinzenpaar keine Rede sein. Prinz Adrian bedankte sich vielmehr, eine schöne, sichere und lebenswerte Stadt übernehmen zu können. Wie schon letztes Jahr wollten sie nebst Regieren mit Freude und Elan die Seniorenresidenzen, Kindermaskenball besuchen. Die Abdankung der Stadträte verschönerte das Prinzenpaar mit einem Tulpenstrauss.

Der Stadtpräsidentin dankte Prinz Adrian, dass sie den Sonntagsverkauf am 24. Dezember verhindert habe. Weil nur 15 Prozent der Kinder die offenen Turnhallen nutzten, wäre eine Öffnung der Bibliothek am Sonntag vorteilhaft für die anderen 85 Prozent der Jugendlichen, um nicht an Orten mit Video-Überwachung zu landen.

Stadtschreiber Hansjörg Baumberger dürfe Wil nicht unterschätzen. Auf die Ausschöpfung des städtischen Potenzials unter seiner Hand sei man gespannt. Der Schupräsidentin dankte der Prinz für die Nutzung der Sporthallen am Sonntag mit 234 Kindern, 62 Prozent Knaben und 38 Prozent Mädchen. Bei Dario Sulzer wies Prinz Adrian auf die zwar gesunkenke Zahl Stellensuchende mit 4,4%, allerdings doppelt so viele wie am Sonntag Kinder Sport machten.

Stadtrat Daniel Stutz erhielt Dank für die Bemühungen zum Erhalt der Altstadt, und die Anstrengungen für mehr Leben in den historischen Mauern. Die Altstadt soll das bleiben, wofür sie einmal gebaut, ein Ort von und für Menschen. Gratulationen gab es für Daniel Meili zum neuen Feuerwehr-Depot und zum neuen Kommandanten. Erstaunen habe die Fülle an Video-Überwachungen ausgelöst. Die Frage stelle sich jetzt, ob der Hexenkessel auch einer Überwachung bedürfe.

Mit der Übergabe des Zepter an die neue Regierung, dem Prinzenpaar Adrian und Jeannette, schloss die Regierungsübernahme. Zuprosten zum Start der Monarchie folgte im Anschluss, gefolgt von der Feier im Hofkeller.

Knigge für die Narrenzeit
Nach Herold Mike Sarbach gehören bissige Verse zur närrischen Zeit, um Unrühmliches auf spöttische Art zur Sprache zu bringen. Wichtige Voraussetzung für die Verse nannte der Herold, dass sie neben dem Reim auch ein Lachen bewirkten. Es gebe bei seiner Bulle vielmals Sprüche die es ob fehlendem Lacher nicht in die Bulle schafften.

Unter dem Deckmantel der närrischen Zeit sei es nicht angebracht andere anzuschwärzen und auszuteilen.

Die Polterer der Tüfelsgilde beim Sturm des Rathauses.
Die Polterer der Tüfelsgilde beim Sturm des Rathauses.

Prinzessin Jeannette I und Adi I sind im Besitz des Zepters. Das Regieren kann beginnen.
Prinzessin Jeannette I und Adi I sind im Besitz des Zepters. Das Regieren kann beginnen.

Nach dem Sturm des Rathauses ging es zur Feier im Hofkeller. dem Dankesanlass der FGW an die vielen Sponsoren.
Nach dem Sturm des Rathauses ging es zur Feier im Hofkeller. dem Dankesanlass der FGW an die vielen Sponsoren.

Die Fanfaren stürmen das Rathaus musikalisch.
Die Fanfaren stürmen das Rathaus musikalisch.

Stadtpräsidentin Susanne Hartmann bei ihrer Bütte an ihre Stadtratskollegen.
Stadtpräsidentin Susanne Hartmann bei ihrer Bütte an ihre Stadtratskollegen.

Prinz Adi I wird in Amt und Würde eingesetzt.
Prinz Adi I wird in Amt und Würde eingesetzt.

Stadtrat Daniel Stutz liess sich ob dem Debakel Turmbetten zur Betteinlage im Rathaus feiern.
Stadtrat Daniel Stutz liess sich ob dem Debakel Turmbetten zur Betteinlage im Rathaus feiern.

Hochstimmung beim Apéro in der Hofgasse.
Hochstimmung beim Apéro in der Hofgasse.

Die Sponsoren der FGW gaben sich vielfach fastnächtlich.
Die Sponsoren der FGW gaben sich vielfach fastnächtlich.

Die Trump-Frisur durfte nicht fehlen.
Die Trump-Frisur durfte nicht fehlen.

Feststimmung im Hofkeller bei der Hauptsponsordelegation Raiffeisen. Im Vordergrund Bankleiter Beat Bollinger und Vize Rolf Baumgartner (rechts).
Feststimmung im Hofkeller bei der Hauptsponsordelegation Raiffeisen. Im Vordergrund Bankleiter Beat Bollinger und Vize Rolf Baumgartner (rechts).