Pflegefinanzierung: Unverständlicher Entscheid der Regierung Stationär vor Ambulant? Der Regierungsrat verdoppelt die Patientenbeteiligung für Spitexpatientinnen und -patienten.
Es wäre in der Hand der Regierung gelegen, auf eine Patientenbeteiligung im ambulanten Sektor zu verzichten. In der definitiven Gesetzesvorlage zur Pflegefinanzierung werden nun aber Pflegebedürftige zu Hause neu mit einer Patientenbeteiligung von rund Fr. 4 Mio. belastet. In der gleichen Vorlage werden Pflegebedürftige bei Heimaufenthalt um 47, 5 Mio. entlastet.
Die Hoffnung liegt jetzt beim Kantonsrat, der in der Septembersession verhindern kann, dass eine zu Hause gepflegte Person neben Selbstbehalt und Franchise bis zu Fr. 20.- pro Tag zusätzlich selber bezahlen muss. Die vorgesehene Patientenbeteiligung entlastet aber nicht etwa die Prämienzahlenden, sondern einzig die Gemeinden.
Der Spitex Verband ist der Ansicht, dass „Ambulant vor Stationär“ nicht nur dann gelten soll, wenn es für Gemeinden oder Kanton finanziell attraktiv ist. Der viel zitierte Grundsatz ist volkswirtschaftlich sinnvoll und entspricht dem Willen der Bevölkerung.
Dominik Weber-Rutishauser , Geschäftsführer Spitexverband |