B ü h n e   7 0:  M i r a n d o l i n a        

 

 

Der Gott des Weines in Karl Ulmer wiederkehrend mit unterhaltsamen Gesangseinlagen.

 

Amor, die Liebesgöttin in Martina Oertli, mit Leib und Seele dabei.

 

Kaum im Blickfeld, wird Mirandolina von den Adeligen umschwärmt.

 

Aber auch die nichtadeligen Damen können den Grafen den Kopf verdrehen.

 

Mirandolina geniesst die zärtlichen Schwärmer.

 

Insgeheim träumt auch der Hausdiener Fabrizio von der Heirat mit Mirandolina: Sie liebt mich..., sie liebt mich nicht..., sie liebt mich...

 

Immer vornehm zu Diensten, immer zuvorkommend.

 

Melodisches und präzise Einspielungen kamen von Werner Baumgartner.

 
 
 

Niklaus Jung, 26.Nov. 05

Eine begeisterte Theatergruppe der Bühne 70 präsentiert sich zum Schluss der gelungenen Premiere.

„Mirandolina“ begeisterte die Premierengäste
Einen gelungenen Auftakt boten die Laienschauspieler der Bühne 70 zu ihrem jüngsten Stück „Mirandolina“, das Esstheater im Hofkeller lässt südliche Stimmung erwachen.

In der Äbtestadt Wil hat eine neue Theaterkultur die Gunst der Städter erreicht, das bereits zweite Esstheater der Bühne 70, diesmal im Hofkeller, ist heiss begehrt. Das Gastro-Team des Hof zu Wil begeistert mit feinsten Speisen. Ganz heisse Szenen bieten die Schauspieler und Schauspielerinnen mit „Mirandolina“ im Gasthaus der Liebe.

Es spricht für die Laiengrupppe der Bühne 70, es spricht für die Liebeskommödie mit Mirandolina und ebenso für die Gastronomie des Hof zu Wil, dass die 20 Aufführungen bereits anlässlich der Premiere ausgebucht sind. Bei den Organisatoren sieht man bereits zusätzliche Aufführungen vor.

Nichts für trockene Realisten
Die Bühne 70 hat sich bei der neuesten Aufführung unter der Regie von Hannes Meier und Erwin Freitag für eine südlich orientierte Liebesgeschichte entschieden. Der Hofkeller wurde dazu in eine südliche Trattoria verwandelt, die Gäste mitten in die Szene gesetzt. Schon der Auftakt mit dem Zeremonienmeister in Hannes Meier liess durchblicken, dass es um Geheimnisvolles und Liebliches geht.

Spätestens nach dem Auftritt der drei Götter aus der römischen Mythologie, Amor, Fortuna und Bacchus, der Gott des Weines war klar, dass hier zu tiefst menschliche Lebens- und Liebesart seinen Fortgang nehmen wird. Die beiden Liebhaber von Mirandolina (Esther Siebenmann), der Marquis von Frolimpopoli in Hans Ruckstuhl und der Graf von Albariorita in Meinrad Heule präsentierten sich als unverbesserliche Liebhaber, während Ritter Ripafretta in Walter Dönni, sich als tiefschürfender Frauenverachter zu erkennen gab. Mirandolina liess dazu keinen Moment aus, die immer stärker werdenden Annäherungsversuche anzusticheln, und ebenso gekonnt abzuwimmeln.

Spannend bis zur letzten Minute
Das Geniessen obliegt keineswegs nur Mirandolina, auch die Theater-Gäste können rund um die Szene aus nächster Nähe das Geschehen zu Gemüte führen. Geniessen ist weiter beim Fünf-Gang-Menu aus der Hof-Küche angesagt, natürlich auf den Gasthof der Liebe ausgerichtet mit italienischen Spezialitäten.

Mirandolina lässt sich nicht nur von ihren Liebhabern umgarnen, sie verspürt auch einen Anreiz den frauenscheuen Ritter Ripafratta in die hohe Schule der Liebe einzuführen. Hoffnungen machen darf sich auch der Hausdiener Fabrizio, aber er wird immer wieder enttäuscht, zwischenzeitlich will er gar das Weite suchen. Weil Mirandolina nicht nur hübsch, sondern auch noch gescheit daher kommt, wird dies den beiden Adelsmännern wie auch Ritter Ripafratta zum Verhängnis. Mit Schimpf und Schande werden sie ob ihrem Getue von Mirandolina ausgeladen, der Sieger in der Liebeskomödie wird Fabrizio, der Hausdiener von Mirandolina.

Die Premiere darf in allen Teilen als Gelungen bezeichnet werden. Waren die Schauspieler in der ersten Aufführung noch stark auf einen reibungslosen Ablauf konzentriert, wird sich dies mit den fortschreitenden Aufführungen bestimmt noch lockerer werden. Dem Publikum ist zu wünschen, dass es von den zahlreichen Liebesfunken der Szenen auch etwas mitbekommt und mit nach Hause nimmt. 
 

 

Er blieb immer bescheiden verdeckt, Regieleiter Hannes Meier in der Figur des Zeremonienmeisters. Rechts: Fortuna und Amor, treffend zum Bühnenbild von Enrico Caspari passend.

 

Der Ritter von Ripafratta und Frauenverächter in Walter Dönni (mitte) informiert die beiden Adelsleute Marquis von Rorlimopoli und Graf Albafiorita über Mirandolina. Rechts: Mirandolina versucht den Frauenverächter zu umgarnen.

 

Und immer heftiger sucht Mirandolina die Nähe zu Ritter Ripafratta. Aber letztlich macht doch der Hausdiener Fabrizio das Rennen bei Mirandolina, Bild rechts.

 

Von der besten Seite zeigte sich die Hof-Gastronomie, bei den Speisen wie beim Service. Die Wäsche aus Grossmutters Zeiten (mitte) lässt die südliche Mentalität noch verstärken. Rechts: Unter den Premierengästen war auch der Bühnenbildner Enrico Caspari anzutreffen.

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