Silvester und Laternenumzug 2006          

 

 

Ideenreich waren sie wieder, die vielen Laternensujets.

 

Andreas Hilber, Präsident von Wil Tourismus, begrüsste zum Behördenempfang.

 

Zu den Gästen gehört auch der Wiler Stadtpfarrer Meinrad Gemperli; im Gespräch mit der Regierungspräsidentin Karin Keller-Sutter.

 

Die noch amtierende Höchste Wilerin Dorothee Zumstein (rechts) und deren Nachfolgerin am 5. Januar Esther Spinas.

 

Stefan Frei überbringt Velovignetten für die Wiler Behörden, um die Verkehrsprobleme zu mindern. .

 

Eine Laterne, als Schaufenster ausgeblidet.

 

Einmal mehr mit bebender Stimme verlas Karl Ulmer die Sinnessprüche, aus der Feder von Stadtpfarrer Meinrad Gemperli.

 

2007 kündigt sich auch bei den Laternensujets an.

 

Laternentragen, eine unterhaltsame Sache.

 
 

nj 31.12.06

 

Die Jungtambouren vertrieben das alte Jahr, um dem Neuen Platz zu machen.  Rechts die Trachtenfrauen beim Behördenapero im Gerichtshaus.

 

Die Wiler Jugend gab einmal mehr alles, um schönste Laternensujets präsentieren zu können. Rechts: Das Schlussbild mit beleuchtetem Hof, den Laternen und dem Lichterbaum, ein Bild das auch im Neuen Jahr wirken kann.

Silvesterlaternen und Visionen
Wil setzte mit dem Laternenumzug einen letzten Höhepunkt im „Alten“ Jahr, Visionen zum „Neuen“ überbrachte der Jonschwiler Gemeindepräsident Stefan Frei.

Der Wiler Laternenumzug, organisiert durch Wil Tourismus, gehört zu den alljährlichen Höhepunkten, der Silvester 2006 lockte die Städter in Scharen auf den Hofplatz. Zum Behördenempfang sprach für einmal ein Auswärtiger. Der Gemeindepräsident Stefan Frei aus Jonschwil, forderte von Wil und der Region Visionäres, ein Verein „Region Wil“ für neue Identifikation und Kurzstrecken per Velo oder Bus, ein Beitrag zur Lösung des Verkehrsproblems. Die neue Route beim Laternenumzug sorgte für ein neues Bild, die Jugendlichen dürfte der attraktive Aufmarsch gefreut haben.

Es darf ohne Umschweife festgehalten werden, dass Wil Tourismus mit seinem Laternenumzug zum Silvester noch immer ins Schwarze trifft. Die Jugendlichen haben ihren Spass schon im Vorfeld beim Bau der Laternen und die Familien können den letzten Tag des Jahres attraktiv geniessen. Zum attraktiven Jahresabschluss gehört auch der vorausgehende Behördenempfang im Gerichtshaus, wo eine Persönlichkeit aus Stadt oder der Region sich zu Wort meldet.

Teilhaben am Regionszentrum
Als Anerkennung der wertvollen Zusammenarbeit zwischen den Behörden und Wil Tourismus bezeichnete dessen Präsident Andreas Hilber den alljährlichen Behördenempfang. Es gebe genügend Anknüpfungspunkte, wo das gemeinsame Vorwärtsschreiten wichtig sei. Als besonderen Höhepunkt bezeichnete Hilber den Wiler Turm, welcher weitherum Begeisterungsstürme ausgelöst habe.

Der Gastreferent, Jonschwil’s Gemeindepräsident Stefan Frei, gab sich geehrt, in Wil zum Behördenempfang sprechen zu dürfen. Schon in den ersten Sätzen aber gab Frei zu verstehen, dass Jonschwil auch seinen Teil am Regionszentrum mittrage. So komme die amtierende Regierungspräsidentin Karin Keller-Sutter zwar aus Wil, aber letztlich sei sie Bürgerin von Jonschwil und somit auch „unsere“ Regierungsrätin, betonte Stefan Frei.

Wenn Wil die zentralen Lasten vom Kanton mitfinanziert haben wolle, so habe Jonschwil ein mindestens so gewichtiges Finanzproblem. Sie müssten im Vergleich zu Wil eine 45 Prozent höhere Schülerquote finanzieren. Grundsätzlich sieht Frei ein Problem, wenn Steuerfuss-Unterschiede 80 oder noch mehr Steuerprozente ausmachten.

Visionen mit Hand und Fuss
Stefan Frei nutzte die Gelegenheit, dem Zusammengehörigkeitsgefühl in der Region Anstoss zu geben. Seine erste Vision galt der Bildung eines Vereins „Region Wil“. Darin sollen die heutige IRPG (Interkantonale Regionalplanungsgruppe Wil), der Verein Wirtschafts- und Lebensraum Wil-Uzwil-Flawil und der Wirtschaftsraum Hinterthurgau zusammengefasst werden. Die Positionierung der Region wäre gegenüber St. Gallen wie Frauenfeld deutlich tonangebender machbar.

Frei’s zweite Vision ist die Forderung an die Region, Kurzstrecken bis 5 Kilometer nur noch per Velo oder Bus zurück zu legen. Mit der gleichzeitigen Realisierung der Regionalverbindungsstrasse könnte eine spürbare Entlastung des Verkehrsaufkommens im Stadtzentrum realisiert werden. Als ersten Schupf dazu überreichte Frei einigen Behördemitgliedern eine Velovignette, die Motivation dazu müsse allerdings aus der Bevölkerung kommen.

Neue Umzugsroute für die Laternen
Der einstigen Vorschrift einer Laterne für jedes Haus folgend, wird in Wil seitens Wil Tourismus alljährlich zum Silvester ein Laternenumzug organisiert. Präsident Andreas Hilber begrüsste die zahlreichen Laternenträger auf dem Hofplatz, angeführt von den Jungtambouren, den Bläsern der Stadtmusik und dem Kathi-Schülerchor. Einmal mehr zeigten sich zahlreiche neue Sujets, welche auf eine gute Prämierung hoffen.

Stadtpfarrer Meinrad Gemperli hatte wiederum für Sinnesprüche unterhaltsam wie zum Nachdenken gesorgt. (Siehe Sinnessprüche unten) Die neue Umzugsroute zeigte sich trotz kleinerem Rahmen in der Altstadt überaus attraktiv. Jedenfalls konnten die vielen Laternenträger ihre Leuchten dem Publikum besser präsentieren. Mit Musik und Gesang endete die Vorstellung auf dem Hofplatz.

Mit den besten Wünschen zum Neuen Jahr bedankte sich Stadtpräsident Bruno Gähwiler bei den Laternenträgern wie dem Publikum. Der Beitrag des Laternenumzuges ermögliche einen Höhepunkt, welcher optimal ins Neue Jahr überleite.
 

SILVESTERUMZUG WIL 2006
(Sinnestexte von Stadtpfarrer Meinrad Gemperli)

Gruss euch allen, liebe Leute, zum Laternenumzug heute.
Die Laternen erinnern uns daran was kaum einer mehr verstehen kann. Keine Leuchten gab es an den Strassen ohne Licht die kleinen, engen Gassen.

Um Nacht und Dunkel zu erhellen musste jeder eine Latern‘ ins Fenster stellen, geschützt gegen Wetter und den Wind damit jeder seine Türen find.
Da gab jeder selber darauf acht, dass es ein wenig hell war in der Nacht.

Das wollen uns die Laternenlichter sagen, die wir heute durch die Strassen tragen. Mehr als Tausende von Kilowatt bringen Menschen Licht in unsere Stadt. So ziehen wir jetzt gleich los, alt und jung, klein und gross, und halten Rückschau, wo es in unserer Stadt

helle - und da und dort auch erloschne - Lichter hat.

* * * *

Das haut dich um, oben auf dem Turm,
Höchste Wonne an der Sonne,
und weite Sicht bei klarem Licht.
Für manche schon fast eine Vision.
Mit Spott und Hohn, der Welten Lohn,
die Initianten lichterloh verbrannten.
Doch schon kurz darauf, wollen alle rauf,
das Projekt war richtig, und gar weitsichtig.

In heimeligen Nischen grosses Lichterlöschen.
Nach Cafe lustieren wird nur frustrieren.
Nach 150 Jahren Tradition Berling‘scher Café-Vision,
aus das Träumen in diskreten Räumen,
mit Hinze politisieren und Kunze karisieren,
Klatschen, Zeitung lesen wär zu schön gewesen.

Stadt der Kultur, denkt euch nur
alle die da kamen mit Rang und Namen.
Grosse und auch Kleine, doch alle picco-feine
Bundesrat Couchepin Pascal,
die Regierung von Samt Gall,
der Stadtsaal im Akzent des alten Orient
molto con fuoco zur Opera Nabucco.

Mit stimmgewaltgen Helden in schönsten Melodien schwelgen,
und weltberühmten Chören Ohr und Herz betören.
Glänzende Regie, topp Choreographie,
totaler Augen-Ohrenschmaus und stehender Applaus.
Wil in bestem Licht - ein einziges Gedicht.

Keiner wird es wagen leichtsinnig herzusagen
oder gar mit Häme, ob denn was Gutes käme
aus der fürstäbtischen Stadt, die doch zwei Regierungsräte hat.
Und gleich zwei Frauen, den Augen kaum zu trauen.
Wenn auch in zweierlei Couleur, regieren beide mit Honneur.
Die Karin bravourös und elegant, hält die Zügel in der Hand.
Führt die Regierung durch das Jahr, als ob sie schon immer Chefin war.
Ich denke, die Huber und die Keller, machen den Kanton schon etwas heller.

* * * *

Da bist du platt, in unserer Stadt
wimmelts von Gremien und Strategien,
die zu bessern Lebensräumen führen.
Siedlung und Verkehr studieren,
Landschaft, Energie und Umwelt maximieren.

Eingebunden in die Küre
sind Parteien, Schulen und Quartiere.
Tourismus, Migranten und die Kirchen
und natürlich blitzgescheite Tierchen
von Architekten, Planern, Soziologen
sind zur Entwicklung beigezogen.

Eine clevere Lenkungsgruppe
fischt jedes Härchen aus der Suppe,
bringt Interessen unter einen Hut,
nicht zu denken, was sich da tut.
Doch eine Frage sei erlaubt:
ob auf gute Fundamente baut,
wenn auf soviel „Hardware“ wir versessen
und die „Software“ Mensch vergessen.

Vor alten Zeiten Freude zu bereiten
haben Musen den Busen
unserer Stadt geküsst, das Leben uns versüsst.
Orchester, schöne Stimmen, bringen fast von Sinnen.
Theater, Literatur und Dichtung sind Anliegen und Verpflichtung.
Mal gross, mal klein, doch stets adrett und fein,
mal laut, mal leise, machen sie uns weise.

Einfallstor für die Kultur - was wäre Wil doch nur
gäb‘s nicht zum Exempel, die Tonhalle, unsern Musentempel.
Es ehrt die Bürger und die Stadt, dass sie ein solches Bijoux hat.
Die Alten haben uns gelehrt, was ein Sprichwort uns erklärt
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Da ist von der Abtei St. Gallen, uns ein reiches Erbe zugefallen:
Der Hof zu Wil mit seinen Kostbarkeiten,
damals wohl gebaut für ew‘ge Zeiten.

Ein Denkmal für Repräsentation und landesweiter Reputation
zu fürstäbtischem Regieren und herrschaftlichen Allüren.
Den Hof mit Leben neu zu füllen, in Dienst der Menschen heut zu stellen,
haben mut‘ge Zeitgenossen die “Stiftung Hof‘ einmal beschlossen.

Nach des Ausbau‘s erstem Streich, folgt der zweite nun sogleich.
Wir wünschen Mut und recht viel Glück,
Denkmäler brauchen viel Geschick,
und eine schöne Stange Geld, die alles erst zusammenhält.

* * * *

Grosse Lichter, kleine Lichter,
einfache und kunstvoll geformte,
farbenprächtige und genormte
habt ihr Kinder durch die Stadt getragen.

Nur eines möchte ich dazu noch sagen:
Ein Licht anzünden und es weitergeben
hilft uns miteinander leben.

Licht sei jeder, wie er kann,
ob gross, ob klein, kommt nicht drauf an.
Denn mehr als Tausende von Kilowatt
bringen Menschen Licht in unsere Stadt.
 

 

Die Visionen für 2006 brachte der Jonschwiler Gemeindepräsident Stefan Frei nach Wil zum Behördenempfang, rechts im Gespräch mit Wiler Grössen.

 

Musikalisch bereicherte die Stadtmusik Wil und die Kathi-Mädchen.

 

Die Städter kamen einmal mehr in Scharen zum Laternenumzug, wehende Bilder gab es zu sehen.

 

Die guten Wünsche zum Neuen Jahr überbrachte abschliessend Stadtpräsident Bruno Gähwiler.

 

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