Die Beschlüsse des Kantonsrates vom Mittwoch,
23. September 2009:
Bütschwil und Wattwil bekommen Umfahrungsstrassen.
In Bütschwil wird die neue Strasse mit der Umfahrung Lichtensteig zusammengeschlossen.
In Wattwil geht es um die zweite Etappe ab dem Anschluss
an die Rickenstrasse, talaufwärts bis zum Zusammenschluss mit der Umfahrung Ebnat-Kappel.
Der Kantonsrat stimmte beiden Projekten deutlich zu, die zusammen mindestens 320
Mio. Franken kosten werden. Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, müssen aber
beide Projekte aufgelegt und die Einsprachen erledigt werden. Opposition gegen die
Srassenbauten gab es von der SP und von den Grünen.
Neue Aufträge an die Regierung:
- Sie soll einen Bericht zur Investitions-
und Schulraumplanung für die Berufs- und Mittelschulen ausarbeiten – in Auftrag gegeben von der CVP-Fraktion.
Die SP erweiterte den Auftrag mit ihrem Postulat und verlangte eine Planung für
alle Bildungseinrichtungen, die der Kanton betreibt, also auch für Universität und
Fachhochschulen.
Das Institut für klinische Mikrobiologie und Immunologie
(IKMI) und das Institut für klinische Chemie und Hämatologie (IKCH) am
St.Galler Kantonsspital werden zum öffentlich-rechtlichen Zentrum für Labormedizin
fusioniert.
Der Rat nahm die Jahres- und Geschäftsberichte der selbständigen
öffentlichen Anstalten ohne Opposition
zur Kenntnis.
Die Beschlüsse des Kantonsrates vom Dienstag,
22. September 2009:
Das Haus 24 im Areal des St.Galler Kantonsspitals
wird für 33 Millionen Franken um- und ausgebaut. Hier entsteht ein eigentliches
Logistikzentrum mit einer zentralen Sterilisation und der Spitalapotheke. Ein erstes,
bereits 2006 bewilligtes Umbauprojekt hatte sich als zu klein erwiesen und wurde
deshalb gar nicht erst begonnen.
Neue Aufträge für die Regierung:
Das erstmals erarbeitete Regierungsprogramm wurde
diskutiert und musste vom Rat aufgrund der Verfahrensbestimmungen zur Kenntnis genommen
werden. Allerdings beschloss der Rat danach, diese Kenntnisnahme wieder abzuschaffen.
Der Bericht «Politik im Zeichen des demografischen Wandels»
wurde diskutiert und zur Kenntnis genommen.
Die Beschlüsse des Kantonsrates vom Montag, 21.
September 2009:
Zwei neue Ratsmitglieder wurden zu Beginn der Septembersession vereidigt:
Maria Huber (SP, Rorschach) und Diego Forrer (CVP, Grabs). Maria Huber (SP, Rorschach)
rückt für den zurückgetretenen Beat Bosshart (SP, Altenrhein) wieder in den Rat
nach. Die Gewerkschafterin war schon früher Mitglied des Kantonsrates.
Diego Forrer (CVP, Grabs) rückt in der
nächsten Session für Josef Dudli (CVP, Werdenberg) in den Rat nach. Auch er wurde
schon heute vereidigt.
Der Kantonsrat wählte David Savi, Elektroingenieur
in Jonschwil, als Kandidat der SP zum Handelsrichter. Der FDP-Kandidat
unterlag in dieser Wahl. Die St.Galler Rechtsanwältin Karin Huber- Studerus wurde
auf Vorschlag der CVP als neue hauptamtliche Richterin in das Versicherungsgericht
gewählt.
Bei der Ersatzwahl in die Anklagekammer machte
Thomas Kellenberger, Rechtsanwalt in St.Gallen das Rennen. Die von der CVP vorgeschlagene
Veronica Hälg-Büchi unterlag hier.
Neue Aufträge für die Regierung:
- Die FDP verlangt eine Änderung des Steuergesetzes,
die darauf abzielt, dass der Kanton nicht ohne speziellen Beschluss die Empfehlungen
und Wegleitungen des Bundes oder der Steuerkonferenz übernehmen soll. Die Regierung
wollte diese Kompetenz nicht, der Rat aber überweis die Motion trotzdem. Eine Motion
der Finanzkommission, die in Bern eine Standesinitiative einreichen wollte, um die
Flat-Tax schweizweit einzuführen, scheiterte allerdings.
- Die FDP konnte einen Bericht zu einem wirkungsvolleren
Technologietransfer unter den Fachhochschulen in Auftrag geben.
- Gegen den Willen der Regierung überwies der Rat eine
Motion der SVP- Fraktion, die die rechtliche Grundlage für den Einsatz von Sozialinspektoren
verlangt.
- Auf Verlangen der SP-Fraktion muss die Regierung einen
Bericht zur «Optimierung der in der Familienpolitik eingesetzten Instrumente» ausarbeiten.
- Die CVP brachte ihrerseits den Auftrag für einen Bericht
zur integrierten Kinder-, Jugend- und Familienpolitik durch.
Über Nachtragskredite wurden zusätzliche Förderbeiträge
für Gemeindefusionen bewilligt. Es handelt sich dabei um den Zusammenschluss der
Schulgemeinden in Sennwald, Frümsen, Haag, Salez und Sax; um die Schulfusion Amden-Weesen,
um den Schulzusammenschluss Eichenwies, Kriessern, Montlingen und Oberriet und schliesslich
um die Eingliederung der Schulen von Mosnang, Libingen und Mühlrüti zur Einheitsgemeinde
Mosnang.
Mit einem Nachtrag zur interkantonalen Beteiligung über
soziale Einrichtungen wurden diskussionslos die nötigen Anpassungen an den neuen
Finanzausgleich bewilligt.
Der Bericht über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
in der Staatsverwaltung wurde zur Kenntnis genommen.
Der Rat nahm diskussionslos Kenntnis vom ersten Bericht
seiner neuen ständigen Kommission für Aussenbeziehungen und von der Vertretung in
der Parlamentarierkonferenz Bodensee. Auch der Bericht über die Schiedsordnung wurde
zur Kenntnis genommen.